Wenn das samstägliche Wetter wieder abstürzt, ist man(n) gut beraten, sich ins Museum zu begeben. Noch besser beraten ist er, Frauchen dabei an der Hand zu packen und das gemeinsam zu tun. Gemeinsam zu träumen. Heiße Träume. Absturzträume! Aktuell tief unten im zweiten Untergeschoss des Leopold Museums.

Die Ausstellung verbirgt Tabubrüche dreier Generationen. Eindrucksvoll inszeniert von Egon Schiele, Günter Brus und Thomas Palme, altersgereiht. Letztere leben noch. Speziell aber Ersterer war seiner Zeit gewaltig voraus. Eine Art Vordenker, der Anfang des 19. Jahrhunderts mit der sexuellen Auslegung seiner Kunst provozierte.

„Keimendes Leben morden“ bezeichnete Schiele einst das Hemmen eines Künstlers und setzte es einem Verbrechen gleich. Was viele mit der obszönen Inszenierung seiner Werke taten. Ein Besessener. Der es nie scheute, gegen Sitte und Moral zu verstoßen. Nicht weniger besessen: Brus und Palme. Würdige Nachfolger. Ich bin begeistert.