„Wien ist eine Stadt der kulturellen Offenheit, der gelebten Toleranz und des humanitären Engagements. Wir bekennen uns zur kulturellen Vielfalt, zur kulturellen Aufgeschlossenheit, zum Ermöglichen und zum Zulassen. Die Stadt Wien unterstützt die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen.“ Ein Zitat des großen Ex-Bürgermeisters Michael Häupl. Im Rahmen des Projektes Wienerwand. Eine Initiative zur Schaffung legaler Graffitiflächen.

Über 20 zugelassene Freiluftgalerien zählt die Stadt mittlerweile. Am berühmtesten zweifelsohne jene entlang des Donaukanals im Stadtkern. Angeblich auch die längste zusammenhängende Graffitiwand Europas. Ich staune. Wie auch über das ekelhafte Wasser, den nicht vorhandenen Schutz am Ufer und die geringe Menge an unfreiwilligen Badegästen. Speziell in Hinblick auf die durchaus hohe Promilleanzahl in der warmen Jahreszeit.

Die auf mich wirkende Anziehungskraft der bunten Wände kann somit auch auf sicherheitstechnische Gründe zurückgeführt werden. Dennoch überwiegt der kulturelle Aspekt der auch dort nicht überall legalen, aber tolerierten Sprühkunst, dessen Veränderung durch die begrenzte Lebenszeit stets überspraybarer Werke mich in regelmäßigen Abständen zu Entdeckungsreisen einlädt. In die sich revitalisierende Revitalisierung einer einstigen Grauzone.