Beiträge von david muth

Eine bunte Welt schier unendlicher Fröhlichkeit, nicht zuletzt deswegen mit einem Hauch Tristesse behaftet. Der Prater. Korrekt ausgedrückt: Der Wurstelprater. Zurückzuführen auf eine Theatergestalt ähnlicher Komik aus dem 17. Jahrhundert: Hanswurst. Erzählungen nach. Alleine der Namensgeber deutet auf die weit zurückreichende Tradition der Wiener Vergnügungsmeile hin.

Ein verrückter, faszinierender Ort. Geprägt von einem Duft aus Langos und Zuckerwatte, untermalt vom Jingle-Klang aus Lautsprechern diverser Attraktionen. Letztere befinden sich auch in der kalten Jahreszeit nicht ausnahmslos im Winterschlaf. Aus Sicht der Tagada-Tänzer aber absolut nachvollziehbar und überlebensnotwendig. Müssen doch neue Moves für die Hauptsaison antrainiert werden.

Ein absurder Mittelpunkt der Unterhaltung, des Zeitvertreibs, des Lebensunterhalts. Dort, wo Liliputbahn und Break Dance ihr Zuhause haben und Geisterbahnen eher das Lachen als Fürchten lehren. Ein nie ausgestorbener Ort, der mich schon als Kind in seinem bizarren Bann zog und an dem einst vom Kettenkarussell über den Dächern Wiens mein säuerlicher bröckeliger Mageninhalt auf das Volk regnete.

Totgesagte leben länger. Oder doch nicht? Zumindest was diese Seite angeht, werden nun all jene, die sie mittlerweile für eine Leiche hielten, eines Besseren belehrt. Selbiges sollte für das Herz und die Seele dieser Seite gelten: Für meine Wenigkeit. Nach der bisher schwierigsten Phase meines Lebens finde ich allmählich zu alter Stärke zurück.

Wir alle sollten uns aber stets vor Augen halten, dass wir unser Schicksal nur zu einem sehr geringen Teil selbst in der Hand haben. Wenn überhaupt. Das Schicksal kann brutal sein. Es kennt keine Grenzen, nimmt keinerlei Rücksicht, unterscheidet niemals zwischen jung und alt. Wir sind keine Maschinen. Wir sind alle Menschen. Wir sind alle sterblich.

Auch meine Zeit wird kommen. Die Zeit, in der mich mein Schicksal einholt. Der Moment, in dem ich gehe. Was bleiben wird, ist der Wunsch, mich mit dieser Playlist feiern zu lassen. Musikrichtungen, Künstler, Tracks und auch Texte, die mich viele Jahre begleitet haben, mich und mein Leben geprägt haben. Und mein Leben hoffentlich noch viele Jahre weiterprägen.





Warum Camouflage? Ständige Konfrontation mit dieser Fragestellung für mich. Möglicherweise liegt der Grund in der Natur des Menschen. Evolutionär betrachtet. Oder in meiner Natur. Schließlich wuchs ich am Land und somit ziemlich naturverbunden auf. Heute wirken diese Farbtöne magisch auf mich. Fast beruhigend. Und eine sehr schöne Betrachtungsweise in meiner Ursachenforschung.

Auf die Antwort werde ich wohl nie stoßen, so wie ich diese Vorliebe wohl auch nie ablegen werde. Kein Nachteil, liegt meine Bezugsquelle getarnter Kleidungsstücke doch in diversen Army-Shops. Eine nahezu unzerstörbare Qualität, preistechnisch an keinem anderen Ort schlagbar. In diesem Areal bietet sich nun auch der Schluss auf eine militante Ursache und Einstellung meinerseits. Zutreffend wäre er aber nicht.

Wehren würde ich mich dagegen. So wie gegen tarngemustertes Schuhwerk. Die Gründe ebenso rätselhaft wie unerklärlich und unerforschlich. Um dennoch zu harmonisieren, greife ich für meine unterste Körperstelle auf Elemente einzelner Naturfarben zurück. Und zwar auf jene des Kaffees. Für viele ein ungeliebtes Stiefkind der Dreierreihe, für mich hingegen ein wichtiges Instrument der Individualisierung gegen die Kinder des Hypes.

Eine dunkle Welt der Fantasie, finster wie die Nacht, aus der sie nie erwachen zu scheint. Eine düstere Stadt, die so mancher, darin ihr Unwesen treibender Gestalt, nur wenig an Skurrilität nachstehen mag. Ein finsterer Ort, an dem ein noch finsterer, sich durch Hochhausschluchten schwingender, maskierter Held, Schurken das Handwerk legt.

Ein sportliches Kleidungsstück in nächtlichem Schwarz. Schimmernd verziert mit hochhausstählernem Silber. Parallelen zu Gotham, die das Jersey zu meiner individuellen Bühne machen. Als Möglichkeit, aufzufallen. Mich abzugrenzen. Um dennoch Anschluss zu erhalten. An diese dunkle Stadt. Nicht existent und doch so nah. Der Kreis schließt sich.

Ein Gedankenspiel der Magie. Symbolisiert durch eine magische Zahl. Sieben. Sie verzaubert mich. Macht mich zum Helden. Ohne Umhang und Fledermausmaske. Aber mit Glück. Gepaart mit Freude über ein schlichtes Design, dessen Farbkombination an die Tür der Perfektion klopft. Und Freude über einen von mir getragenen Schriftzug. Nur von mir.

„I knew deep inside, baby girl would always be mine. So if you ever need me, call, I’ll be there through it all. You’re the reason I can stand tall, me and my girlfriend. All I need in this life of sin, is me and my girlfriend. Down to ride to the bloody end, just me and my girlfriend.“ Makaveli rapt mir aus der Seele.

Wer? Auch, oder besser bekannt als Tupac Shakur. Die Inspiration für diesen Künstlernamen holte sich der Rapper im Knast. Von Niccolò Machiavelli, seines Zeichens italienischer Philosoph. Jedoch nicht in einer Doppelzelle. Vielmehr durch dessen Werke, mit denen sich Tupac hinter Gittern die Zeit vertrieb.

Im November 1996 erschien The Don Killuminati: The 7 Day Theory. Zwei Monate nach Tupacs Tod. Das letzte Album, das zu seinen Lebzeiten produziert wurde. Es bleibt diese Kraft, diese Energie, diese Leidenschaft, dieses Herz. In dieser Stimme. Sie ist magisch. Vermittelt mir Fröhlichkeit. Pure Euphorie.