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Vorgestern an der Wiener Ringstraße entlang des Donaukanals. In der dämmernden Schwüle eines frühsommerlichen Abends. Und im Visier einer Schützin. Eines kleinen Mädchens. Mit einem Maschinengewehr. An der Front des seitlich in Flammen stehenden Ringturms. Ein Anblick, der so gar nicht in unser Gesellschaftsbild passt.

Oder doch? Verstörend, schockierend, gewagt, genial. Die Reaktionen liegen im Auge des Betrachters, unabhängig davon wird ein jeder aus seiner Komfortzone gelockt. Gefolgt von einem Denkanstoß, der möglicherweise schnell im Keim der Verdrängung erstickt. Die wiederum sehr wohl in unsere Gesellschaft passt.

Eine Gesellschaft, gesteuert von Kapitalismus. Zerstört von Gier nach Geld und Macht. Gewalt und Krieg als verheerende Folge und wachsender Teil unseres Lebens. Faktisch und fiktiv. Sowohl im wahren, als auch im virtuellen Leben. Darin Kinder. Unschuldig. Hilflos. Gefangen in der Gräuel eines zum Scheitern verurteilten Systems.

Gottfried Helnweins Mahnmal gegen Krieg und Gewalt. Der Künstler will dem Beachtung schenken, wo andere nicht hinsehen wollen. Mit dem Ziel, zum Umdenken zu bewegen. Bevor alle Werte zerstört sind. Im Zentrum steht das unschuldige Kind. Tituliert mit einem Zitat von Francisco de Goya. Einem Künstler, der vor 200 Jahren schon hinsah.

Mitbringsel

Heute mal wieder etwas Kunst. Frisch von der Straße. Aber nicht aus unserer schönen Wiener Stadt. Diesmal als kleine Mitbringsel. Aus anderen schönen Städten, in denen ich in der letzten Zeit so unterwegs war. Beide Wochenendtrips fanden im März statt. Zunächst stand Turin am Programm, zu Ostern dann Graz.

Turin. Abflug Samstag in der Früh. Viele Jahre wusste ich nicht einmal, dass Samstag auch einen Morgen hat. Aber kein Verschlafen. Mit knapp 300 Stundenkilometer ging es dann im Hochgeschwindigkeitszug von Mailand nach Turin. Reisegrund war ein Fußballspiel. Untypisch dazu das Graffiti Foto. Aber es entstand.

In Graz begegnete mir hingegen ein Strichmännchen. Versteckt hinter dem Kunsthaus, musste ich dieses bizarre Kerlchen fotografisch einfangen. Der Kopf als Körpermitte und Ursprung aller Gliedmaßen. Schüchtern der Blick. Blau der Hintergrund und etwas eingezwängt die Körperhaltung. Absolut sympathisch.

Meilenstein

Shoestories kennt ihr nun. Lange schwirrte die Idee in meinem Kopf herum. Über ein Jahr. Dann besorgte ich mir endlich eine professionelle Fotobox für Produktfotografie. Leider nur die halbe Miete. Denn für eine brauchbare Umsetzung kam ich nicht mehr drum rum, mich mal detailliert mit meiner Kamera und den unendlichen Weiten der Fotografie zu beschäftigen.

Die investierten Stunden kosteten mir hochheiligen Schlaf. Aufsummiert sprechen wir von fast drei investierten Nächten bis ich vom Laienstatus befreit war. Multipliziert man diese drei Nächte mit dem mich begleitenden Verzweiflungsfaktor, sind wir bei einem Jahr meines Lebens angekommen, um das ich während dieser Prozedur letztendlich altern musste.

Mit den Ergebnissen kann ich leben. Ihr hoffentlich auch. Schließlich wurdet ihr schon mehrfach mit meinen Schuhbildkreationen zwangsbeglückt. So wie Batman von Joker. Oder Joker von Batman. Hier. In meiner von Chaos bis Kunst reichenden Welt. Künstlerisches Chaos oder chaotische Kunst. Als Vorgeschmack und Hinweis auf mehr. Mehr als nur Schuhe.

Liebe Leute. Heute präsentiere ich euch ein Video, das nicht unwesentlich dazu beitrug, mein Leben oder besser gesagt meinen Lifestyle in eine Bahn zu führen, der ich bis heute treu bin. Und mit ziemlicher Sicherheit niemals verlassen werde. Die Bahn einer eigenen Kultur. Jene des Hip Hop.

Ein Film mit Heiligtumstatus unter meinen persönlichen Besitztümern. Style Wars heißt der audiovisuelle Schatz und kommt straight aus dem New York City der 80er Jahre. Eine Dokumentation, die sich größtenteils um Graffiti dreht, aber auch Hip Hop Elemente wie Rap und Breakdance enthält.

Jedoch aus der Gesamtperspektive. Interviewt werden neben Künstler auch Polizisten und der damalige Bürgermeister. Ein gesprühtes Werk bedeutet nämlich nicht für jeden Kunst. Und bedeutet in den meisten Fällen auch Gesetzeswidrigkeit. Und für mich Feigheit. Somit schaffte ich es nie an die Wand.

Vorweggenommen: Ich bin nicht militant. Kein Befürworter von Krieg oder Waffen. Klar. Dennoch scheint es da eine nicht nachvollziehbare Verbindung zu militärischen Elementen zu geben. Tief in mir. Unterbewusst. Sei es zu Fluggeräten. Sei es zu Kleidungsstücken.

Wie zu dieser Jacke. Vintage. Aus einem Army Shop. Woher auch sonst. Es war Zufall. Und ein langwieriger Prozess. Skepsis wurde durch oftmalige Anprobe in Glück umgewandelt. Freude kam auf. Über Größe XXL. Und insbesondere über den schreienden Adler am linken Oberarm.

Das Wappen der 101st Airborne Division der US Army. Auch genannt: The screaming eagles. Warum wohl. Eine Luftlandedivision mit fast 300 Helikoptern zur Beförderung tausender Soldaten in feindliches Gebiet. Ich wiederhole: Ich bin nicht militant.

Nach einer Vielzahl an Hubschrauberflügen genießt meine Jacke nun ihren wohlverdienten Ruhestand. In Wien. Erster Spaziergang in Rente fand im Winter statt. Ein Hoodie musste her. Darunter. Ebenfalls darunter, jedoch mit Guckloch: Meine Uhr. Im adäquaten Colorway.