Posts from the dinge Category

Liebe Leute. Heute präsentiere ich euch ein Video, das nicht unwesentlich dazu beitrug, mein Leben oder besser gesagt meinen Lifestyle in eine Bahn zu führen, der ich bis heute treu bin. Und mit ziemlicher Sicherheit niemals verlassen werde. Die Bahn einer eigenen Kultur. Jene des Hip Hop.

Ein Film mit Heiligtumstatus unter meinen persönlichen Besitztümern. Style Wars heißt der audiovisuelle Schatz und kommt straight aus dem New York City der 80er Jahre. Eine Dokumentation, die sich größtenteils um Graffiti dreht, aber auch Hip Hop Elemente wie Rap und Breakdance enthält.

Jedoch aus der Gesamtperspektive. Interviewt werden neben Künstler auch Polizisten und der damalige Bürgermeister. Ein gesprühtes Werk bedeutet nämlich nicht für jeden Kunst. Und bedeutet in den meisten Fällen auch Gesetzeswidrigkeit. Und für mich Feigheit. Somit schaffte ich es nie an die Wand.

Vorweggenommen: Ich bin nicht militant. Kein Befürworter von Krieg oder Waffen. Klar. Dennoch scheint es da eine nicht nachvollziehbare Verbindung zu militärischen Elementen zu geben. Tief in mir. Unterbewusst. Sei es zu Fluggeräten. Sei es zu Kleidungsstücken.

Wie zu dieser Jacke. Vintage. Aus einem Army Shop. Woher auch sonst. Es war Zufall. Und ein langwieriger Prozess. Skepsis wurde durch oftmalige Anprobe in Glück umgewandelt. Freude kam auf. Über Größe XXL. Und insbesondere über den schreienden Adler am linken Oberarm.

Das Wappen der 101st Airborne Division der US Army. Auch genannt: The screaming eagles. Warum wohl. Eine Luftlandedivision mit fast 300 Helikoptern zur Beförderung tausender Soldaten in feindliches Gebiet. Ich wiederhole: Ich bin nicht militant.

Nach einer Vielzahl an Hubschrauberflügen genießt meine Jacke nun ihren wohlverdienten Ruhestand. In Wien. Erster Spaziergang in Rente fand im Winter statt. Ein Hoodie musste her. Darunter. Ebenfalls darunter, jedoch mit Guckloch: Meine Uhr. Im adäquaten Colorway.

Penzing. Ende November. Sonntag Abend. Kurz nach 20 Uhr. Ich war am Heimweg vom Training. Ging zwischen U-Bahn und der Wohnung meiner Freundin. Ich zog mein Handy. Machte ein Foto. Steckte es ein. Ging weiter.

Ein Polizeiwagen fuhr neben mir. Ein kurzer Blick nach links. Ich ging weiter. Der Wagen fuhr weiter neben mir. Im Schritttempo, meinem Schritttempo. Er blieb stehen. Polizei stieg aus. Fragte mich, ob ich kurz Zeit habe.

Personenkontrolle war angesagt. Ich zeigte meinen Personalausweis und wurde gefragt, was ich denn gerade gemacht hatte. Ein Foto war es. Den Grund wollten sie wissen. Das Motiv gefiel mir, was sonst!? Eine Rucksackkontrolle folgte.

Keine Spraydosen in meiner Tasche. Meine Fotoaussage musste wohl stimmen. Sie machten einen Abgang. Lächerlich. Hat unsere Exekutive denn nichts wichtigeres zu tun, als harmlose Street-Art-Bewunderer zu nerven?

Jahreskarte

An der Kunst schätze ich in den Spielraum für Interpretation. Sowohl auf der Seite des Schöpfers, als auch auf der Seite des Betrachters. Der Anlass, sich mit einem Gegenstand gedanklich auseinanderzusetzen. Und die kreative Realisierung dieser Gedanken. Zweiteres gilt nur für den Schöpfer. Dieser ist hier und heute aber zweitrangig.

Denn für alle Betrachter dieser Stadt habe ich etwas ganz Besonderes: 30000 Quadratmeter Kunst, 365 Tage lang und das auf nur vier Gramm Gewicht. Die MQ Jahreskarte 2018. Voraussetzungen: Kunstinteresse, 79 Euro und Handlungsschnelle. Schließlich ist die Karte nur noch bis Ende Jänner erhältlich.

Wer also Bock auf Kunst bekommen hat oder seinen Liebsten eine nachweihnachtliche Freude machen möchte, sollte sich auf dem Weg in den MQ Point im Haupteingang des MuseumsQuartier machen. Denn „freier“ Eintritt zu allen Ausstellungen im Leopold Museum, in der Kunsthalle Wien und im mumok hat schon seine Reize.

Richtig. Mittlerweile ist es schweinekalt da draußen. Hat aber nichts mit gestrickten Zeug zu tun, das mir neulich vermehrt auf den Straßen oder besser gesagt auf den Gegenständen der Straßen und des öffentlichen Raums begegnet. Bei den bunten Strickereien handelt es sich um eine Form von Street Art, nicht etwa um Winterklamotten für Straßenlaternen.

Urban Knitting, Yarn Bombing, Guerilla Knitting, Radical Stitching oder Knitted Graffiti heißt diese Kunstform, die ihren Ursprung in Amerika hatte und schnell auch in Spanien und England verbreitet war. Seit Beginn der 2010er Jahre haben die bunten Verzierungen aus Wolle auch im deutschsprachigen Raum Anklang gefunden.

Urban Knitting dient neben der Verschönerung des öffentlichen Raums aber auch der Vermittlung von Botschaften, die ursprünglich stark feministisch verankert waren. Verschönert und vermittelt wird mit Elementen, die in den öffentlichen Raum eingebaut werden oder komplette öffentliche Gegenstände eindecken. Großer Vorteil: Null Sachbeschädigung.