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Ich verspürte Wut und Traurigkeit zur gleichen Zeit. Während eines Abendspaziergangs auf der Kärntner Straße sah ich eine grinsende Frau. Mit ihrem Handy machte sie Fotos eines am Boden liegenden, bettelnden Menschen. Jahre vergingen seitdem. Meine mit diesem Erlebnis in Verbindung stehende Gefühlslage hat sich aber kein bisschen geändert.

Kein Mensch hat sich die Scheiße, in der er sich befindet, ausgesucht. Jeder Mensch verdient sich Respekt. Eine würdevolle Behandlung. „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“ Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Unter dem Ehrenschutz unseres Bundespräsidenten Dr. Alexander Van der Bellen findet von 2. bis 5. Mai 2018 die Wiener Woche der Würde statt. Am Programm stehen Vorträge und Diskussionen: Würde und Frauen, Würde und Wirtschaft, Würde und Management, Würde und Armut, Würde und Flucht, Würde und Medien und Würde und Menschlichkeit. Weekofdignity.org.

Shoestories kennt ihr nun. Lange schwirrte die Idee in meinem Kopf herum. Über ein Jahr. Dann besorgte ich mir endlich eine professionelle Fotobox für Produktfotografie. Leider nur die halbe Miete. Denn für eine brauchbare Umsetzung kam ich nicht mehr drum rum, mich mal detailliert mit meiner Kamera und den unendlichen Weiten der Fotografie zu beschäftigen.

Die investierten Stunden kosteten mir hochheiligen Schlaf. Aufsummiert sprechen wir von fast drei investierten Nächten bis ich vom Laienstatus befreit war. Multipliziert man diese drei Nächte mit dem mich begleitenden Verzweiflungsfaktor, sind wir bei einem Jahr meines Lebens angekommen, um das ich während dieser Prozedur letztendlich altern musste.

Mit den Ergebnissen kann ich leben. Ihr hoffentlich auch. Schließlich wurdet ihr schon mehrfach mit meinen Schuhbildkreationen zwangsbeglückt. So wie Batman von Joker. Oder Joker von Batman. Hier. In meiner von Chaos bis Kunst reichenden Welt. Künstlerisches Chaos oder chaotische Kunst. Als Vorgeschmack und Hinweis auf mehr. Mehr als nur Schuhe.

Schwedische Stunde

Meine Laune ist mies. Am Tiefpunkt. Hat nichts mit dem heutigen Montag zu tun. Vielmehr mit dem gestrigen Tag. Einer der beschissensten Sonntage meines Lebens. Dabei war es ein besonderer Sonntag.

Für das Electronic Dance Music Universum bedeutete dieser 25. März 2018 den 20. Geburtstag des Ultra Music Festivals. Aber viel wichtiger: Eben auch die Reunion der Swedish House Mafia.

Wenn auch nur für eine Stunde oder einen gemeinsamen Set. Ich möchte gar nicht wissen, was sich der Veranstalter dieses Jahrhundertspektakel kosten lassen musste. Vor allem, um Steve auf die Bühne zu bekommen.

Verschwörungstheoretikern ging jedenfalls einer ab, denn Hinweise im Vorhinein gab es massenweise. Ebenso war Ultra in aller Munde und den drei Schweden hat es mit Sicherheit auch nicht geschadet.

Auf der Bühne, wo das Projekt vor ziemlich genau fünf Jahren zu Ende ging, gab es also eine Auferlebungsstunde der Swedish House Mafia. Auferstanden sind sie nicht. Happy Birthday Ultra!

Wenn das samstägliche Wetter wieder abstürzt, ist man(n) gut beraten, sich ins Museum zu begeben. Noch besser beraten ist er, Frauchen dabei an der Hand zu packen und das gemeinsam zu tun. Gemeinsam zu träumen. Heiße Träume. Absturzträume! Aktuell tief unten im zweiten Untergeschoss des Leopold Museums.

Die Ausstellung verbirgt Tabubrüche dreier Generationen. Eindrucksvoll inszeniert von Egon Schiele, Günter Brus und Thomas Palme, altersgereiht. Letztere leben noch. Speziell aber Ersterer war seiner Zeit gewaltig voraus. Eine Art Vordenker, der Anfang des 19. Jahrhunderts mit der sexuellen Auslegung seiner Kunst provozierte.

„Keimendes Leben morden“ bezeichnete Schiele einst das Hemmen eines Künstlers und setzte es einem Verbrechen gleich. Was viele mit der obszönen Inszenierung seiner Werke taten. Ein Besessener. Der es nie scheute, gegen Sitte und Moral zu verstoßen. Nicht weniger besessen: Brus und Palme. Würdige Nachfolger. Ich bin begeistert.

Museumssonntag

Seit gestern weiß ich, wer der Schöpfer dieser transdanubischen Skulptur mit den silbernen Alienbabies ist, die neben dem DC Tower steht. Bruno Gironcoli hieß der gute Mann. Ein österreichischer Künstler, der uns 2010 im 73-jährig verließ und sein Unwesen als Maler und Bildhauer trieb.

In der Arbeit schüchtern bleiben lautet der Titel der Gironcoli gewidmeten Ausstellung, die seit Anfang Februar und bis Ende Mai auf zwei Etagen des mumok läuft. Und im Innenhof des Museumsquartiers, wo ebenfalls Skulpturen ausgestellt sind. Wuchernde futuristische Objekte in Gold, Silber oder Bronze.

Die Kunst des gelernten Schmieds empfand ich als irritierend. Die Skulpturen, die mich teilweise an überdimensionale Sexspielzeuge erinnerten, entstanden zunächst auf Papier. Mit Metallpulverfarbe und Tusche. Mehr als bloß Entwürfe. Eine Vielzahl an Gemälden entsprangen, auf denen mich vögelnde Hunde, Paviane und umgedrehte Menschen verfolgten.

Darf ich dich bitten, ein wenig über dich zu erzählen? Über welchen Schuh darf ich für dich schreiben? Was macht diesen Schuh so besonders für dich? Trägst du ihn noch? Wenn nein, wie lange hast du ihn getragen? Woher hast du den Schuh? Und wieso hast du ihn? Zu welchen Anlässen oder welchem Zweck hast du ihn getragen bzw. trägst du ihn? Welche(n) besondere(n) Moment(e) verbindest du damit bzw. an welche(s) spezielle(n) Erlebnis(se) wird dich dieser Schuh immer erinnern?

Ihr dürft euch angesprochen fühlen! Demnächst eröffne ich ein komplett neues Kapitel. Ich schreibe Geschichten, die hinter Schuhen stecken. Euren Schuhen. Meinen Schuhen. Und kein Schuh wird ausgegrenzt. Jede Art ist willkommen. In jedem Zustand. Schreibt mich einfach an und beantwortet mir die oben angeführten Fragen. Bringt mir euren Liebling vorbei oder schickt ihn mir. Einzeln oder paarweise. Ich mache Fotos, verfasse einen Beitrag und retourniere ihn wohlbehalten. Shoestories. Coming soon.

Requisite

Meine blauweißen Nike Dunk. Ich schrieb darüber. Trug sie selten. Zu selten. Sie mussten weg. Verdienten sich einen besseren Umgang. So stellte ich sie online und bot sie zum Verkauf an. Auf einem allseits bekannten Portal. Der Name tut hier nichts zur Sache. Jedenfalls gingen sie weg. Schnell. Per Abholung.

Diese war außergewöhnlich. Zumindest lief sie nicht so, wie ich Abholungen gewohnt war. Ob ich die Schuhe wieder sehen will, fragte mich die Käuferin. Ich bräuchte nur eine damals in den Startlöchern stehende Vorstellung im Volkstheater besuchen. Meine Dunk werden mitspielen. Als Requisite.

Und so landete ich Wochen später im Theater. Das letzte Mal lag zurück in meiner Schulzeit. Nicht freiwillig also. Diesmal doch. Und mit Schnucki. Neugier, aus der noch ein Kulturwandel entstehen kann. Es hatte gefühlte 40 Grad in den historischen Mauern des Volkstheaters. Aber meine Schuhe waren gut. Ehemalige Schuhe.

Hinter jedem Blog steht ein Blogger. Zumindest. Oder maximal. Wie hier. Ich rede von mir. Dem Anti-Blogger. Gegenstromschwimmer. Ich will anders sein. Bin anders. Grenze mich vom Mainstream des Blog-Universums ab. Optisch. Charakterlich. Und grundsätzlich.

Ich blogge undercover. Bin ein Phantom. Kein Poser. Gesichtlos. Meine Fratze gebe ich nicht preis. Nur in Form von schwarzen Pixeln. Kunst. Mich charakterisierend. Selbstdarstellend. Zurückhaltend. Auf einen Blick. Und Klick. Links. Auf ich. Oder diesen Text hier nachfolgend.

Inklusive meines bisherigen Werkes. Denn kürzlich folgte das Update. Des Bildes und meiner Beschreibung. Statt Sonnenbrillen trage ich nun Jersey. Meine Jeans ohne Swag. Und der Tumbler wurde mit der Urform des Batmobils ersetzt. Old School lautet das Stichwort.

Nike Vienna

Nike Vienna ist zurück. Seit Donnerstag hat der neue Nike Store auf der Mariahilfer Straße geöffnet. Nur ein Block neben dem ehemaligen Generali Center, wo der alte vor ungefähr eineinhalb Jahren dicht machen musste. Mein Weltbild ist somit wieder zurecht gerückt. Mein Stadtbild besser gesagt. Willkommen zurück.

Die Auszeit zahlte sich aus. Eine Fläche, die nach meinem Augenmaß ungefähr das Fünffache des alten Stores beträgt und auf zwei Stockwerke verteilt ist. Eine prächtig spiegelnde Außenfassade, die den Tempel glanzvoll erstrahlen lässt. Auf Ebene 0 kommen Ladies und Kids auf ihre Kosten, Ebene 1 beheimatet Running, Lifestyle und Training für Männer sowie Jordan und Fußball.

Freitag und Samstag gab’s das große Opening Party Weekend mit vielen Specials während der Geschäftszeit. Ich nahm mir das Flaggschiff Freitagnachmittag unter die Lupe. Sehr cool, nur vom Hocker haute es mich nicht. Keine NBA, keine NFL. Meine beiden großen Kritikpunkte. Trotz dieser Größenordnung eben doch keine Nike Town.

Salute to Service

Habt ihr an den bisherigen November Spieltagen der NFL etwas genauer als sonst hingesehen? Beziehungsweise überhaupt schon mal hingesehen? Falls nein und nein, habt ihr jetzt die Möglichkeit, das Lesen abzubrechen. Falls nein und ja, klär ich euch gleich auf. Und falls ja und ja, ist euch hoffentlich nicht das Tarnmuster entgangen.

Camouflage schleicht sich jährlich in das Equipment und die Stadien aller 32 Teams. Verteilt auf den gesamten November tragen Spieler beispielsweise Handschuhe, Handtücher, Helm- u. Kapitänsabzeichen, Caps oder Hauben mit militärischen Elementen. Stadien und Torstangen sind geschmückt und die Kleidung der Coaching Staffs sind teilweise ebenfalls getarnt und für Fans gibt’s Jerseys. Nachfolgend anhand der Pats und Cowboys veranschaulicht.

Salute to Service heißt die dahinter stehende Kampagne und die NFL ehrt und unterstützt damit nicht nur das Militär, vielmehr auch Veteranen, geschädigte Kriegsopfer und natürlich deren Angehörige. Gemeinsam mit Stiftungen und diversen Non-Profit-Organisatoren wurden im heurigen Jahr bereits knappe 1,8 Millionen Dollar gesammelt.