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In Kürze steht uns wieder eine Länderspielpause bevor. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um auf eine sehr ernste Thematik einzugehen. Viel zu viel läuft nämlich falsch auf unserer korrupten Welt. So auch bei Großveranstaltungen wie Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und Olympischen Spielen.

Beispiel Brasilien: WM 2014. Olympische Spiele 2016. Milliarden wurden verpulvert, um Stadien und Infrastruktur zu errichten. Nur Monate später vegetiert alles dahin. Milliarden in ein armes Land gesteckt, null armen Menschen damit geholfen.

Missstände, die sich fast im Zweijahresrhythmus wiederholen. Aber ich bin raus. Ich boykottiere mittlerweile alles, was auch nur irgendwie damit in Verbindung steht. Nationalmannschaften, Länderspiele, ganz egal. Denn irgendwer muss ein Zeichen setzen. Auch wenn’s nur ich bin. Und es kein Schwein interessiert.

Swag. 2011 gekürt zum Jugendwort des Jahres. Steht für extreme Coolness. To swagger heißt in der englischen Sprache soviel wie prahlen. Somit wisst ihr, in welche Richtung es geht. Schlimm, wo sich der Style da draußen inzwischen hinentwickelt. Die Stores einer gewissen Einzelhandelskette betrete ich gar nicht mehr, um vom Swag nicht erdrückt zu werden.

T-Shirts, die bis zu den Knien hängen. Leggingartige Hosen mit künstlichen Löchern drin. Überdimensionale Sweater, darüber vielleicht auch noch ein T-Shirt. Caps mit Botschaften und Begriffen, deren lächerliche Pseudocoolness schwer zu überbieten ist. Runde Brillen mit komischen Gestellen, Nieten was das Zeug hält und gehypte Sneakers, die eher Astronautenschuhen gleichen.

Auch ich besaß Ansätze davon. Longshirts beispielsweise. Aber zu meiner Verteidigung: Ich sah Vorteile für meine Körpergröße. Aufgrund dieser Fehlentwicklung und Mutation des Streetstyles wurde längst alles entsorgt. Cool geht nämlich auch anders. Auf individuelle Art und Weise und weitaus weniger penetrant und peinlich wie diese Masse an gleichaussehenden Swaglords.

(pics: flightclub.com, hm.com, kickz.com, komono.com, stylefile.de)

Nein. Keine Panik. Meine Webseite oder euer Rechner, der diese soeben anzeigt, wird sich nicht in wenigen Sekunden selbst zerstören. Vielmehr beschäftigt sich die Aktion Selbstzerstörung mit meiner Vergangenheit. Besser gesagt mit der Vergangenheit hier auf meinem Blog.

Geschmacksänderungen oder damalige, kurzfristige Geschmacksverwirrungen, eine neue Einstellung und Meinung. Mittlerweile schlechte Erfahrungen. Richtungsänderungen oder Schließung bestimmter Stores, Lokale und Brands. Und teilweise auch deren Undankbarkeit.

Gründe, die zu vielen Überlegungen führten, die wiederum hier und jetzt in dieser Aktion endeten. In der Eliminierung sämtlicher, von obigen Gründen betroffner Beiträge. 66 an der Zahl. Zwei davon nur teilweise. Von insgesamt 460 bisher veröffentlichten.

Eliminiert heißt durchgestrichen. Nicht gelöscht. Außer die Bilder. Speziell in die Texte floss viel Arbeit und Energie. Und sie verhalfen meinem Blog zum Wachstum. Daher dürfen sie in optisch hervorgehobener und schwer lesbarer Form bleiben.

Das Gesamtbild stimmt wieder. Ich bin mit meiner Vergangenheit im Einklang. Die Authentizität ist somit wieder gegeben. Keine Beiträge, die hier normal lesbar sind, mit denen ich mich aber nicht mehr identifizieren kann. Denn Dinge können sich nun mal ändern.

Vollbracht. Lange zögerte ich es hinaus. Ich stehe von nun an ganz offiziell ohne Instagram Account da und es war ein langwieriger Prozess. Zum einen mein Gewissen: Viele coole Bilder und persönliche Highlights, die ich aus dem Leben schieße. Zum anderen mein Gedächtnis: Wie lautete nochmal dieses verdammte Passwort? Ich benötigte es zum Löschen meines Kontos.

Snoop Dogg postete einst: „I’d rather chill by myself than be around this fake shit, word up.“ Und genau dieser Fake Shit trieb mich zu meiner Entscheidung. Eine großteils surreale Welt, die einem mit inszenierten Perfektionismus blendet. Eine selbstverliebte und likegeile Gesellschaft, die mehr und mehr in diese falsche Richtung mutiert. Nein danke. Nicht mit mir.

Besenstil jetzt also komplett ohne Auftritt in sozialen Medien. Es ist mein ganz persönliches Zeichen an diese virtuelle Verarsche da draußen. Es wird niemanden von den Blendern jucken, mir tut es aber wahnsinnig gut. Ebenso die Tatsache, einige meiner Bilder kurz vorm Eliminieren des Accounts gerettet zu haben. Ein Auszug aus meiner tatsächlichen Welt. Bitteschön:

Heute ein Beitrag aus der Kategorie Gedanken. Mein Gehirn erhält dabei prominente Unterstützung. Von niemand geringerem als meinem Herzen. Daher gilt: Achtung, Kitsch-Alarm! Weiterlesen auf eigene Gefahr. Riskiert es aber. Es hat sich jemand verdient.

Jemand, mit dem ich nachts überall anklingeln, herumblödeln, lachen, mich betrinken, eine smoken, oder zwei, Hip-Hop hören, bis in den Nachmittag hinein schlafen, kilometerweit spazieren, Tatort schauen, Wien entdecken, schnell gehen, 49er fahren, stundenlang schreiben, über Friedhofszäune klettern, frieren, schwitzen, dancen gehen, Kunst begutachten oder Bänke aus Kellern tragen kann.

Jemand, vor dem ich peinlich sein kann. Vor dem ich meine Kleidung tragen und ich einfach ich sein kann. Jemand, der viel Verantwortung trägt. Und trotzdem Zeit mit mir verbringt. Ein ganz besonderer Jemand <3