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Hinter jedem Blog steht ein Blogger. Zumindest. Oder maximal. Wie hier. Ich rede von mir. Dem Anti-Blogger. Gegenstromschwimmer. Ich will anders sein. Bin anders. Grenze mich vom Mainstream des Blog-Universums ab. Optisch. Charakterlich. Und grundsätzlich.

Ich blogge undercover. Bin ein Phantom. Kein Poser. Gesichtlos. Meine Fratze gebe ich nicht preis. Nur in Form von schwarzen Pixeln. Kunst. Mich charakterisierend. Selbstdarstellend. Zurückhaltend. Auf einen Blick. Und Klick. Links. Auf ich. Oder diesen Text hier nachfolgend.

Inklusive meines bisherigen Werkes. Denn kürzlich folgte das Update. Des Bildes und meiner Beschreibung. Statt Sonnenbrillen trage ich nun Jersey. Meine Jeans ohne Swag. Und der Tumbler wurde mit der Urform des Batmobils ersetzt. Old School lautet das Stichwort.

Auf den Tag genau jährte sich gestern wieder eines der für mich absurdesten Ereignisse überhaupt: Silvester. Die zwanghafte Zelebration einer Nacht und vor allem einiger Sekunden, die sich tagtäglich wiederholen. Nur mit dem Unterschied, dass sich in 365 oder 366 Tagen eben einmal die Jahreszahl um eine Stelle verändert. Wow.
 
Zu allem Überdruss werden auch noch Millionen von Euros wortwörtlich in die Luft gejagt. Geld, das in vielen Bereichen fehlt oder sinnvoller angebracht werden könnte. Dazu kommen Luftverschmutzung, Müllberge, Sach-, Personen- und Personenselbstschäden. Mein Applaus gilt letzteren. Jedem vollidiotischen Selbstverstümmler.
 
Warum einen einzigen neuen Tag feiern und nicht keinen oder jeden (aber bitte ohne Feuerwerk)? Hier bei mir gibt es mittlerweile regelmäßig Playlists und nicht mehr nur als Rückblick auf ein vergangenes Jahr. An der Jahresrechnung kann ich nichts ändern, aber am anlassspezifischen Verhaltenszwang. An meinem zumindest.



Stille Nacht, heilige Nacht. Alles schläft, einsam wacht. Nur das traute hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar. Schlaf in himmlischer Ruh, schlaf in himmlischer Ruh. Und das ist das Stichwort. Ruhe. Himmlische Ruhe. Wieso?

Ganz verstehen kann ich es nicht. Adventszeit und Weihnachten, Zeit der Besinnung und Stille. Auf einmal werden alle so gut, friedlich, familiär und sogar romantisch. Als ob dafür nicht auch Zeit im restlichen Jahr wäre, muss für ein paar Tage gekünstelt werden.

Und das alle Jahre wieder. Genauso wie diese goldglänzenden Blogger- oder korrekt gesagt Werbeschlampen-Adventskalender, die Jahr für Jahr das Internet verseuchen. Nicht mit mir und getreu meiner Linie mal wieder ein etwas anderer Weihnachtsbeitrag.

Pünktlich am 24. darf ich euch in meiner ganz und gar nicht stillen Nacht willkommen heißen. Gangsta Rap steht am Programm und nachfolgend eine kleine Weihnachtsplaylist mit Snoop, Eminem und Eazy-E. Lustig bis obszön und nicht ganz jugendfrei. Frohe Weihnachten.



In Kürze steht uns wieder eine Länderspielpause bevor. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um auf eine sehr ernste Thematik einzugehen. Viel zu viel läuft nämlich falsch auf unserer korrupten Welt. So auch bei Großveranstaltungen wie Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und Olympischen Spielen.

Beispiel Brasilien: WM 2014. Olympische Spiele 2016. Milliarden wurden verpulvert, um Stadien und Infrastruktur zu errichten. Nur Monate später vegetiert alles dahin. Milliarden in ein armes Land gesteckt, null armen Menschen damit geholfen.

Missstände, die sich fast im Zweijahresrhythmus wiederholen. Aber ich bin raus. Ich boykottiere mittlerweile alles, was auch nur irgendwie damit in Verbindung steht. Nationalmannschaften, Länderspiele, ganz egal. Denn irgendwer muss ein Zeichen setzen. Auch wenn’s nur ich bin. Und es kein Schwein interessiert.

Swag. 2011 gekürt zum Jugendwort des Jahres. Steht für extreme Coolness. To swagger heißt in der englischen Sprache soviel wie prahlen. Somit wisst ihr, in welche Richtung es geht. Schlimm, wo sich der Style da draußen inzwischen hinentwickelt. Die Stores einer gewissen Einzelhandelskette betrete ich gar nicht mehr, um vom Swag nicht erdrückt zu werden.

T-Shirts, die bis zu den Knien hängen. Leggingartige Hosen mit künstlichen Löchern drin. Überdimensionale Sweater, darüber vielleicht auch noch ein T-Shirt. Caps mit Botschaften und Begriffen, deren lächerliche Pseudocoolness schwer zu überbieten ist. Runde Brillen mit komischen Gestellen, Nieten was das Zeug hält und gehypte Sneakers, die eher Astronautenschuhen gleichen.

Auch ich besaß Ansätze davon. Longshirts beispielsweise. Aber zu meiner Verteidigung: Ich sah Vorteile für meine Körpergröße. Aufgrund dieser Fehlentwicklung und Mutation des Streetstyles wurde längst alles entsorgt. Cool geht nämlich auch anders. Auf individuelle Art und Weise und weitaus weniger penetrant und peinlich wie diese Masse an gleichaussehenden Swaglords.

(pics: flightclub.com, hm.com, kickz.com, komono.com, stylefile.de)