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Ich krieg von dir niemals genug.
Du bist in jedem Atemzug.
Alles dreht sich nur um dich.
Warum ausgerechnet ich?
Zähl die Stunden, die Sekunden,
doch die Zeit schein still zu stehen.
Hab mich geschunden, gewunden,
lass mich gehen.
Was willst du noch?
Willst du meine Tage zählen?
Warum musst du mich
mit meiner Sehnsucht quälen?
Deine Hölle brennt in mir.
Du bist mein Überlebenselixier.
Ich bin zerrissen.
Wann kommst du meine Wunden küssen?
Out of the dark.
Hörst du die Stimme, die dir sagt.
Into the light.
I give up and close my eyes.
Out of the dark.
Hörst du die Stimme, die dir sagt.
Into the light.
I give up and you waste your tears.
To the night.
Ich bin bereit,
denn es ist Zeit.
Für unseren Pakt über die Ewigkeit.
Du bist schon da, ganz nah.
Ich kann dich spüren.
Lass mich verführen.
Lass mich entführen.
Heute Nacht zum letzten Mal
ergeben deiner Macht.
Reich mir die Hand, mein Leben.
Nenn mir den Preis.
Ich schenk dir Gestern, Heut und Morgen.
Dann schließt sich der Kreis.
Kein Weg zurück.
Das weiße Licht rückt näher
Stück für Stück.
Will mich ergeben.
Muss ich denn sterben,
um zu leben?
Out of the dark.
Hörst du die Stimme, die dir sagt.
Into the light.
I give up and close my eyes.
Out of the dark.
Hörst du die Stimme, die dir sagt.
Into the light.
I give up and you waste your tears.
To the night.
Out of the dark.
Hörst du die Stimme, die dir sagt.
Into the light.
I give up and close my eyes.
Out of the dark.
Hörst du die Stimme, die dir sagt.
Into the light.
I give up and you waste your tears.
To the night.

(Falco)

7. September 2018. Robbert van de Corput wendet sich an die Welt. An seine Fans. Und an all jene, denen er unter dem Synonym Hardwell bekannt ist. Er drückte die Standby-Taste. Das ist die Botschaft, die er verkünden möchte. Keine weiteren Auftritte, Ziele, Interviews, Deadlines. Auf unbestimmte Zeit. Weg von der großen Bühne.

Hardwells Tourplan endete gestern. Bis zu drei Auftritte pro Nacht in drei verschiedenen Ländern. Ein krankes Programm, das er Jahre durchzog. Nebenbei kreierte und produzierte er, „alterte in dreifacher Geschwindigkeit“. Ein mörderisches Tempo. Umschrieben als „eine niemals endende Achterbahnfahrt“. Die nun doch endet. Im Guten.

Derartige Reisen nehmen nicht immer ein gutes Ende. Tim Bergling entschied sich unlängst für die Stopptaste. Ein alarmierendes Beispiel. Hardwell möchte nun jedenfalls Robbert sein. Zeit mit seiner Familie und Freunden verbringen. Aber weiter Musik machen. Um sich auszudrücken. Und um mit uns, seinen Fans, verbunden zu bleiben.

Zurückschrauben. Auch ich versuche das seit einiger Zeit. Die Eliminierung meines Publikationsrhythmus wirkte sich qualitätssteigernd aus. Auf mein Leben und die von mir hier kreierten Inhalte. Denn Druck auf mich selbst ist unnötig. Macht auf Dauer kaputt. Die wahren und schönen Dinge des Leben gehen mehr und mehr verloren.



Die Nacht im fortgeschrittenen Zustand. Schwarz der Himmel über Wien, schlafend die Masse an Menschen. Ich schlafe nicht. Das Fenster offen. Straßenseitig dringen gedämpfte Lichtwellen in mein dunkles Wohnzimmer. Und Schallwellen dringen hinaus. Im Viervierteltakt.

Monoton schwingen sie. Kurbeln meinen Schreibfluss an. Die Müdigkeit wie weggezaubert. Es ist dieser Bass. Er trägt mich durch die Arbeit der Nacht. Macht mich stark, kreativ. Hält mich wach. Techno als persönliche Audio-Droge, die diesen Nachtflug ermöglicht.

Es ist die Spannung. In mir. Aufregung, Euphorie, Nervosität. Positive Nervosität. Ein geheimnisvolles Gefühl, das wie Geborgenheit wirkt. Innig. Zugleich der betörende Beigeschmack eines Verbotes. Der nächtliche Schallwellenritt setzt ihn frei. Diesen künstlerischen Geist in mir.

Ton für Ton, Taste für Taste, Wort für Wort. Die elektronischen Vibes als Schaltzentrale meines Körpers. Die Finger ferngesteuert. Tanzend kreierend auf der Bühne der Tastatur. Bis zum Ausklang des magischen Wellenbades. Nach Vollendung dieses nächtlichen Textwerkes.

Das Gift loswerden. Die Fehler und Schuld nicht mehr bei anderen suchen. All die Bosheit, Eifersucht, den Streit, die Verwirrung vertreiben. Vergeben. Ein neuer Geist. Eine neue Sichtweise. Eine neue Perspektive. Keine Verschwendung mehr. Kämpfe dafür, woran du glaubst. Lebe für diesen Moment. Lebe für dieses Gefühl. Es ist dein Leben. Fahre es, als hättest du es gestohlen.

Human. Steve Angellos zweites Soloalbum. Menschliche Inhalte unter Decknamen der Allmächtigkeit. Lord, God, Eros. Nach Wild Youth lagen die Erwartungen hoch. Steve übertraf sie. 21 Tracks, 21 abstrakte Kunstwerke, ein dunkles Ganzes. Es ist schwarz. Schwarze Magie. Die Schöpfung eines Magiers, der auch nur Mensch ist und sich mit seinem Style weiter distanziert. Richtung Underground.

Tief, mystisch, hochdramatisch. Der unverkennbare Sound Steve Angellos. Eindeutiger denn je. Ein Wagnis voller Bässe, geprägt von Experimenten. Experimente wie Rejoice oder 21:. Gelungene Experimente. Ein Album gegen den Mainstream im progressiven House. Ein gesegnetes Werk. Als Abrechnung mit der Vergangenheit. Für einen neuen freien Weg. Göttlich. Stylisch. Menschlich.



Schwedische Stunde

Meine Laune ist mies. Am Tiefpunkt. Hat nichts mit dem heutigen Montag zu tun. Vielmehr mit dem gestrigen Tag. Einer der beschissensten Sonntage meines Lebens. Dabei war es ein besonderer Sonntag.

Für das Electronic Dance Music Universum bedeutete dieser 25. März 2018 den 20. Geburtstag des Ultra Music Festivals. Aber viel wichtiger: Eben auch die Reunion der Swedish House Mafia.

Wenn auch nur für eine Stunde oder einen gemeinsamen Set. Ich möchte gar nicht wissen, was sich der Veranstalter dieses Jahrhundertspektakel kosten lassen musste. Vor allem, um Steve auf die Bühne zu bekommen.

Verschwörungstheoretikern ging jedenfalls einer ab, denn Hinweise im Vorhinein gab es massenweise. Ebenso war Ultra in aller Munde und den drei Schweden hat es mit Sicherheit auch nicht geschadet.

Auf der Bühne, wo das Projekt vor ziemlich genau fünf Jahren zu Ende ging, gab es also eine Auferlebungsstunde der Swedish House Mafia. Auferstanden sind sie nicht. Happy Birthday Ultra!