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Das Gift loswerden. Die Fehler und Schuld nicht mehr bei anderen suchen. All die Bosheit, Eifersucht, den Streit, die Verwirrung vertreiben. Vergeben. Ein neuer Geist. Eine neue Sichtweise. Eine neue Perspektive. Keine Verschwendung mehr. Kämpfe dafür, woran du glaubst. Lebe für diesen Moment. Lebe für dieses Gefühl. Es ist dein Leben. Fahre es, als hättest du es gestohlen.

Human. Steve Angellos zweites Soloalbum. Menschliche Inhalte unter Decknamen der Allmächtigkeit. Lord, God, Eros. Nach Wild Youth lagen die Erwartungen hoch. Steve übertraf sie. 21 Tracks, 21 abstrakte Kunstwerke, ein dunkles Ganzes. Es ist schwarz. Schwarze Magie. Die Schöpfung eines Magiers, der auch nur Mensch ist und sich mit seinem Style weiter distanziert. Richtung Underground.

Tief, mystisch, hochdramatisch. Der unverkennbare Sound Steve Angellos. Eindeutiger denn je. Ein Wagnis voller Bässe, geprägt von Experimenten. Experimente wie Rejoice oder 21:. Gelungene Experimente. Ein Album gegen den Mainstream im progressiven House. Ein gesegnetes Werk. Als Abrechnung mit der Vergangenheit. Für einen neuen freien Weg. Göttlich. Stylisch. Menschlich.



Schwedische Stunde

Meine Laune ist mies. Am Tiefpunkt. Hat nichts mit dem heutigen Montag zu tun. Vielmehr mit dem gestrigen Tag. Einer der beschissensten Sonntage meines Lebens. Dabei war es ein besonderer Sonntag.

Für das Electronic Dance Music Universum bedeutete dieser 25. März 2018 den 20. Geburtstag des Ultra Music Festivals. Aber viel wichtiger: Eben auch die Reunion der Swedish House Mafia.

Wenn auch nur für eine Stunde oder einen gemeinsamen Set. Ich möchte gar nicht wissen, was sich der Veranstalter dieses Jahrhundertspektakel kosten lassen musste. Vor allem, um Steve auf die Bühne zu bekommen.

Verschwörungstheoretikern ging jedenfalls einer ab, denn Hinweise im Vorhinein gab es massenweise. Ebenso war Ultra in aller Munde und den drei Schweden hat es mit Sicherheit auch nicht geschadet.

Auf der Bühne, wo das Projekt vor ziemlich genau fünf Jahren zu Ende ging, gab es also eine Auferlebungsstunde der Swedish House Mafia. Auferstanden sind sie nicht. Happy Birthday Ultra!

Wir schreiben das Jahr 1999. Oder sogar 1998. Genau kann ich mich nicht mehr erinnern. Da tauchte plötzlich dieses gelbe flauschige Ding im Fernsehen auf. Ich weiß auch nicht mehr, wo es mir zuerst unterkam. Ob in den Levi’s TV-Spots oder in den Musikvideos von Mr. Oizo. Dermaßen alt bin ich schon.

Was ich aber definitiv noch weiß: Die Rede ist von Flat Eric, einem Stofftier oder wohl eher einer Stoffpuppe. Denn einer Tiergattung lässt sich Flat schwer zuordnen. Am ehesten noch jener der Bären. Als Bär wäre er jedoch sehr ohrenlos und ziemlich schmächtig auf den Knochen seiner Gliedmaßen.

Jedenfalls war Flat Eric ein extrem cooler Typ, der mit Schrottkarre und Kumpel durch Kalifornien cruisend für die Sta-Prest Kollektion von Levi’s werben durfte, in diversen Musikvideos seines Entdeckers, Produzenten und Filmemachers Mr. Oizo zum Bass abging und obendrein noch Würstel rauchte. Im Chefsessel.

Eigentlich müsste das erste Album von Axwell Ingrosso More Than I Knew heißen. Lange wartete ich drauf. Und dann verpasste ich doch tatsächlich den Release. Exakt zwei Monate später bemerkte ich meine Nachlässigkeit. Per Zufall. More Than You Know existiert offiziell seit 8. Dezember 2017. Informationsdefizit ist wohl der einzige Nachteil meines Social Media Rückzugs.

Axwell und Sebastian Ingrosso. Zwei der drei Götter der House Musik Szene. Steve Angello ist der dritte im Bunde. Er komplettierte einst das Trio der legendären Swedish House Mafia. Und dürfte wohl auch für die Trennung 2013 verantwortlich sein. Aber am Zenith der Unerreichbarkeit aufzuhören schadet nicht. Und es ebnet neue Wege. Wie den von Axwell und Ingrosso.

More Than You Know trägt ihre Handschrift, es ist ein Neuanfang, etwas neues. Ihr Style. 15 Tracks inklusive zweier Bonus Tracks, die Botschaften vermitteln. Und motivieren. Sie sind auf ihrem Weg. Machen uns zu Träumern, bitten uns größer zu träumen. Es ist viel möglich, mehr als wir zu wissen wagen. Die beiden lassen die Sonne scheinen. Und dieses Mal können sie nicht nach Hause gehen.







Hello, Vienna calling.
Hello, Vienna calling.
Talking about.
Stella sitzt in Rio,
Stella liegt in Tokio.
Männer fragen sie nach Feuer,
nach dem anderen sowieso.
Sugar Chris dich sehr vermisst,
dein Bein und dein Gesicht.
Du kannst auf mich verzichten,
doch nur auf Luxus nicht.
Womit spielen kleine Mädchen
heute hier und dort und da?
Ob in Tucson, Arizona,
Toronto, Kanada.
Wien, nur Wien,
du kennst mich up,
kennst mich down.
Du kennst mich.
Nur Wien, nur Wien,
du nur allein,
wohin sind deine Frauen?
Operator.
So alone am I.
Operator.
Need you to come tonight.
Hello, Vienna calling.
Hello, Vienna calling.
Two, one, zero,
der Alarm ist rot.
Wien in Not.
Vienna calling.
Vienna calling.
Und plötzlich heißt Maria Marilyn
und Eva heißt Yvonne.
Ein junger Bogart hängt ihr an den Lippen,
Kleines, und sagt komm.
Die Lockenpracht wird abgemacht,
die Tänzer sind gestoppt.
Es ist 4 Uhr 45,
nun wird Position geprobt.
Womit spielen kleine Mädchen
heute hier und dort und da?
Ob in Tucson, Arizona,
Toronto, Kanada.
Wien, nur Wien,
du kennst mich up,
kennst mich down.
Du kennst mich.
Nur Wien, nur Wien,
du nur allein,
wohin sind deine Frauen?
Operator.
So alone am I.
Operator.
Need you to come tonight.
Hello, Vienna calling.
Hello, Vienna calling.
Two, one, zero,
der Alarm ist rot.
Wien in Not.
Vienna Calling…

Vorweggenommen: Ich bin nicht militant. Kein Befürworter von Krieg oder Waffen. Klar. Dennoch scheint es da eine nicht nachvollziehbare Verbindung zu militärischen Elementen zu geben. Tief in mir. Unterbewusst. Sei es zu Fluggeräten. Sei es zu Kleidungsstücken.

Wie zu dieser Jacke. Vintage. Aus einem Army Shop. Woher auch sonst. Es war Zufall. Und ein langwieriger Prozess. Skepsis wurde durch oftmalige Anprobe in Glück umgewandelt. Freude kam auf. Über Größe XXL. Und insbesondere über den schreienden Adler am linken Oberarm.

Das Wappen der 101st Airborne Division der US Army. Auch genannt: The screaming eagles. Warum wohl. Eine Luftlandedivision mit fast 300 Helikoptern zur Beförderung tausender Soldaten in feindliches Gebiet. Ich wiederhole: Ich bin nicht militant.

Nach einer Vielzahl an Hubschrauberflügen genießt meine Jacke nun ihren wohlverdienten Ruhestand. In Wien. Erster Spaziergang in Rente fand im Winter statt. Ein Hoodie musste her. Darunter. Ebenfalls darunter, jedoch mit Guckloch: Meine Uhr. Im adäquaten Colorway.

Auf den Tag genau jährte sich gestern wieder eines der für mich absurdesten Ereignisse überhaupt: Silvester. Die zwanghafte Zelebration einer Nacht und vor allem einiger Sekunden, die sich tagtäglich wiederholen. Nur mit dem Unterschied, dass sich in 365 oder 366 Tagen eben einmal die Jahreszahl um eine Stelle verändert. Wow.
 
Zu allem Überdruss werden auch noch Millionen von Euros wortwörtlich in die Luft gejagt. Geld, das in vielen Bereichen fehlt oder sinnvoller angebracht werden könnte. Dazu kommen Luftverschmutzung, Müllberge, Sach-, Personen- und Personenselbstschäden. Mein Applaus gilt letzteren. Jedem vollidiotischen Selbstverstümmler.
 
Warum einen einzigen neuen Tag feiern und nicht keinen oder jeden (aber bitte ohne Feuerwerk)? Hier bei mir gibt es mittlerweile regelmäßig Playlists und nicht mehr nur als Rückblick auf ein vergangenes Jahr. An der Jahresrechnung kann ich nichts ändern, aber am anlassspezifischen Verhaltenszwang. An meinem zumindest.



Stille Nacht, heilige Nacht. Alles schläft, einsam wacht. Nur das traute hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar. Schlaf in himmlischer Ruh, schlaf in himmlischer Ruh. Und das ist das Stichwort. Ruhe. Himmlische Ruhe. Wieso?

Ganz verstehen kann ich es nicht. Adventszeit und Weihnachten, Zeit der Besinnung und Stille. Auf einmal werden alle so gut, friedlich, familiär und sogar romantisch. Als ob dafür nicht auch Zeit im restlichen Jahr wäre, muss für ein paar Tage gekünstelt werden.

Und das alle Jahre wieder. Genauso wie diese goldglänzenden Blogger- oder korrekt gesagt Werbeschlampen-Adventskalender, die Jahr für Jahr das Internet verseuchen. Nicht mit mir und getreu meiner Linie mal wieder ein etwas anderer Weihnachtsbeitrag.

Pünktlich am 24. darf ich euch in meiner ganz und gar nicht stillen Nacht willkommen heißen. Gangsta Rap steht am Programm und nachfolgend eine kleine Weihnachtsplaylist mit Snoop, Eminem und Eazy-E. Lustig bis obszön und nicht ganz jugendfrei. Frohe Weihnachten.



Eminem und seine Musik hatten von Beginn an große Bedeutung für mich. Ein Rapper, dessen Karriere ich von der ersten Stunde an mitbekommen habe. Dessen Songs und besonders dessen Style mich in meiner Jugend prägten. Und ewig in mir verankert sein werden.

Vor fünf Tagen erschien Revival. Eminems neuntes Soloalbum. Der Titel steht für Wiederbelebung. Nach vier Jahren Abstinenz und einem Beinahe-Tod an Überdosis im Jahre 2007 nicht zu unrecht gewählt. Mit dabei: Beyoncé, Ed Sheeran, Alicia Keys, Pink und Skylar Grey.

Die Folge: Sehr viel Pop. Teilweise auch rockig. Geschmacksache. Der mittlerweile 45-Jährige aber charismatisch, energisch, laut und technisch höchstwertig wie in guten alten Zeiten. So geht Rap. Kein Mumble „Rap“, den auch Eminem hier mit Chloraseptic angreift. Pluspunkt.

Ebenso Inhalt: Politik. Trump als Spalter der Gesellschaft oder Atomwaffen in Nordkorea. Und Gesellschaft. Rassismus und Polizeigewalt. Und persönliche Themen. Die Verarbeitung seiner Ehe und nicht (mehr) zu erfüllende karrieretechnische Erwartungen. Reinhören.

Los Angeles am 26. März 1995. Als Rap noch richtig roher und ehrlicher Gangsta Rap war. Als deren Akteure noch in Lowrider durch ihre Hood cruisten. Einer von ihnen schloss an diesem Tag für immer seine Augen: Eazy-E. Geboren als Eric Lynn Wright. Knapp 31 Jahre davor. In Compton.

Eazy-E gehörte zu den Pionieren des Gangsta Rap. Wird sogar als dessen Pate verehrt. Leider trat er viel zu früh ab. AIDS war der Grund. Über den Infektionshergang wird noch heute gestritten. Sogar unter seinen sieben Kindern. Die er von sechs Frauen hatte.

Als Schüler dealte Eazy. Erzählte er. Mit der Kohle gründete er Ruthless Records. NWA entsprang daraus. Seine Kombo. Danach zerstritten, großes Dissen und Versöhnung am Sterbebett. Heute dreht er sich im Grab um. Beim Anblick dieser sich Rapper nennenden und Lambo fahrenden Nuschler.