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Auf den Tag genau jährte sich gestern wieder eines der für mich absurdesten Ereignisse überhaupt: Silvester. Die zwanghafte Zelebration einer Nacht und vor allem einiger Sekunden, die sich tagtäglich wiederholen. Nur mit dem Unterschied, dass sich in 365 oder 366 Tagen eben einmal die Jahreszahl um eine Stelle verändert. Wow.
 
Zu allem Überdruss werden auch noch Millionen von Euros wortwörtlich in die Luft gejagt. Geld, das in vielen Bereichen fehlt oder sinnvoller angebracht werden könnte. Dazu kommen Luftverschmutzung, Müllberge, Sach-, Personen- und Personenselbstschäden. Mein Applaus gilt letzteren. Jedem vollidiotischen Selbstverstümmler.
 
Warum einen einzigen neuen Tag feiern und nicht keinen oder jeden (aber bitte ohne Feuerwerk)? Hier bei mir gibt es mittlerweile regelmäßig Playlists und nicht mehr nur als Rückblick auf ein vergangenes Jahr. An der Jahresrechnung kann ich nichts ändern, aber am anlassspezifischen Verhaltenszwang. An meinem zumindest.



Stille Nacht, heilige Nacht. Alles schläft, einsam wacht. Nur das traute hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar. Schlaf in himmlischer Ruh, schlaf in himmlischer Ruh. Und das ist das Stichwort. Ruhe. Himmlische Ruhe. Wieso?

Ganz verstehen kann ich es nicht. Adventszeit und Weihnachten, Zeit der Besinnung und Stille. Auf einmal werden alle so gut, friedlich, familiär und sogar romantisch. Als ob dafür nicht auch Zeit im restlichen Jahr wäre, muss für ein paar Tage gekünstelt werden.

Und das alle Jahre wieder. Genauso wie diese goldglänzenden Blogger- oder korrekt gesagt Werbeschlampen-Adventskalender, die Jahr für Jahr das Internet verseuchen. Nicht mit mir und getreu meiner Linie mal wieder ein etwas anderer Weihnachtsbeitrag.

Pünktlich am 24. darf ich euch in meiner ganz und gar nicht stillen Nacht willkommen heißen. Gangsta Rap steht am Programm und nachfolgend eine kleine Weihnachtsplaylist mit Snoop, Eminem und Eazy-E. Lustig bis obszön und nicht ganz jugendfrei. Frohe Weihnachten.



Eminem und seine Musik hatten von Beginn an große Bedeutung für mich. Ein Rapper, dessen Karriere ich von der ersten Stunde an mitbekommen habe. Dessen Songs und besonders dessen Style mich in meiner Jugend prägten. Und ewig in mir verankert sein werden.

Vor fünf Tagen erschien Revival. Eminems neuntes Soloalbum. Der Titel steht für Wiederbelebung. Nach vier Jahren Abstinenz und einem Beinahe-Tod an Überdosis im Jahre 2007 nicht zu unrecht gewählt. Mit dabei: Beyoncé, Ed Sheeran, Alicia Keys, Pink und Skylar Grey.

Die Folge: Sehr viel Pop. Teilweise auch rockig. Geschmacksache. Der mittlerweile 45-Jährige aber charismatisch, energisch, laut und technisch höchstwertig wie in guten alten Zeiten. So geht Rap. Kein Mumble „Rap“, den auch Eminem hier mit Chloraseptic angreift. Pluspunkt.

Ebenso Inhalt: Politik. Trump als Spalter der Gesellschaft oder Atomwaffen in Nordkorea. Und Gesellschaft. Rassismus und Polizeigewalt. Und persönliche Themen. Die Verarbeitung seiner Ehe und nicht (mehr) zu erfüllende karrieretechnische Erwartungen. Reinhören.

Los Angeles am 26. März 1995. Als Rap noch richtig roher und ehrlicher Gangsta Rap war. Als deren Akteure noch in Lowrider durch ihre Hood cruisten. Einer von ihnen schloss an diesem Tag für immer seine Augen: Eazy-E. Geboren als Eric Lynn Wright. Knapp 31 Jahre davor. In Compton.

Eazy-E gehörte zu den Pionieren des Gangsta Rap. Wird sogar als dessen Pate verehrt. Leider trat er viel zu früh ab. AIDS war der Grund. Über den Infektionshergang wird noch heute gestritten. Sogar unter seinen sieben Kindern. Die er von sechs Frauen hatte.

Als Schüler dealte Eazy. Erzählte er. Mit der Kohle gründete er Ruthless Records. NWA entsprang daraus. Seine Kombo. Danach zerstritten, großes Dissen und Versöhnung am Sterbebett. Heute dreht er sich im Grab um. Beim Anblick dieser sich Rapper nennenden und Lambo fahrenden Nuschler.





Ein DJ Live Set in einer Kathedrale? Ein DJ Live Set am Rollfeld eines Flughafens? Ein DJ Live Set in den luftigen Höhen des Eiffelturms? Oder ein DJ Live Set direkt unter einer Rakete? Ich phantasiere keineswegs. Alles bereits geschehen. Cercle sei Dank.

Cercle? Ein französischer Musik Channel, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, aufstrebende und noch eher unbekannte Musiker, Events und besondere Locations zu fördern. Dies findet in der Regel im Rahmen eines Live DJ Sets vor überschaubarem oder keinem Publikum statt.

Und die ausgewählten Schauplätze haben es in sich. Extravagant und zum Großteil etwas noch nie Dagewesenes. Die Genres: Sämtliche Arten von House, Nu-Disco, Funk, Hip-Hop und Techno. Cercle filmt und strahlt die Sets auf ihren Plattformen im Netz aus. Ich bin begeistert.