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Levi’s x MLB

Baseball ist eine Sportart, bei der ich eher mit dem Merch der Teams was anfangen kann, als mit dem Spiel selbst. Partien können mitunter einige Stunden dauern, was für mich bloß pure Langeweile bedeutet. Das liegt aber womöglich definitiv daran, dass ich null Plan vom Regelwerk habe.

Aber zurück zum Merchandising. Zur Feier des Ende März bevorstehenden Start der neuen Major League Baseball Saison gab es einen Paarungsakt der besonderen und eher ungewöhnlichen Art und Weise. Zwölf Teams der MLB wurden mit ikonischen Kleidungsstücken der Marke Levi’s gekreuzt.

Die Los Angeles Dodgers, San Francisco Giants, New York Yankees, Chicago Cubs, St. Louis Cardinals, New York Mets, Toronto Blue Jays, Detroit Tigers, Oakland Athletics, Boston Red Sox, Kansas City Royals und Seattle Mariners mit dem Crew Sweatshirt, dem Club Coat und der Denim Trucker Jacket. Gute Arbeit.

Monate sind vergangen seit ich auch mein letztes Konto in den sozialen Medien gekillt habe. Entzugserscheinungen? Fehlanzeige! Nebenwirkungen? Geringfügiges und zu verkraftendes Informationsdefizit. Speziell bei Instagram bin ich froh, dass ich absolut nichts mehr mit dieser gefaketen Scheinwelt Scheißwelt zu tun habe.

Ein Netzwerk unter der Macht sogenannter Beeinflusser, die im wahren Leben auf den Strich gehen. Werbestrich. Ihre Meinung verkaufen. Sich selbst verkaufen. Und sich von ahnungslosen Hypekids obendrein noch Like für Like in den Allerwertesten schieben lassen. Geld in den Mund, Likes in den Arsch. Was für ein Kreislauf.

Das Berliner Label Muschi Kreuzberg spricht mir mit seinen neuen Alphapieces direkt aus meiner angekotzten Seele. T-Shirts und Hoodies als dissende Antwort auf diese gesellschaftliche Mutation. Defluencer. Instagram Fakers. Unfollow for Unfollow. Anti Social Network Club. Teils schon erhältlich, großteils noch vorbestellbar. Und wie für mich gemacht.

(pics: muschikreuzberg-shop.de)

Trainingsanzug

Im letzten Beitrag schnitt ich die guten alten Neunziger an. Im heutigen Beitrag flieg ich sie an. Und ihr begleitet mich bei meinem Flug zurück in die Vergangenheit. In meine Vergangenheit. Anlass für diesen nostalgischen Anfall war der Erwerb eines neuen Kleidungsstückes.

Ich legte mir einen Trainingsanzug zu. Von Roca Wear. Eine Brand, die im eben besagten Jahrzehnt zum Leben erweckt wurde. Von keinem geringeren als Jay Z. Die Teile boomten. Und ich mittendrin. Meine Roca Wear Klamotten holte ich mir per Bus aus der Hauptstadt.

Mittlerweile meine Heimatstadt. An der Vorliebe zu Roca Wear hat sich hingegen nichts geändert. Daher der Trainingsanzug. White Sox Kappe und rotweiße Dunks komplettieren das Outfit. Dinge, die ich damals trug. Heute noch zieren sie mein Schlafzimmer. Nie werde ich mich davon trennen.

Baggy

Styletechnisch werden viele Stücke ewig in mir verankert sein. Basketballschuhe der alten Schule, Uhren aus Gummi, Sporttrikots. Seit je her und auf ewig. Vergöttert und getragen. Von meiner Wenigkeit.
 
Dem gegenüber steht Veränderung. Vieles gefiel mir, was ich mittlerweile aber für untragbar halte. Musterbeispiel: Baggy Pants. Ab den späten Neunzigern trug ich sie. Oder eher sie mich. Ich war eine halbe Portion und hatte in meiner Konstellation mindestens drei Mal in diesen Dingern Platz.
 
Der Einfluss kam vom Rap. Immer schon ein Wannabe Gangsta. Problemlos verstaute ich darin meinen Discman. Das ist der Vorreiter des MP3 Players. Ein portabler CD-Player. CDs waren Musikdatenträger. In Scheibenform.
 
Zurück zu den Baggy Pants. Levi’s bringt sie nun wieder auf die Bildfläche. Ein gewagtes Experiment. Nur für Mädels. In Versuchung wäre ich ohnehin nicht gekommen. Mittlerweile so furchtbar wie Glockenhosen. Die trug ich nie.

Weihnachtsfeier

Firmenweihnachtsfeier. Eine jährlich wiederkehrende Skandalnacht, in der sich die Schamgrenze mit ansteigendem Alkoholpegel mehr und mehr in Luft auflöst. Ein Haufen bis zur Unkenntlichkeit aufgebrezelter Gestalten und der nahezu perfekte Anlass zum Fremdschämen. Wäre da bloß nicht das Problem der Undurchdrückbarkeit im nüchternen Zustand. Und schon ist man Mittäter.

Auch ich plane, Teil dieser peinlichen Menge zu sein. Kurzzeitig stand diese Entscheidung auf der Kippe. Heute. Vorfreude und Motivation komplett im Arsch. Ich spürte Enttäuschung und Wut. Über allem standen Unehrlichkeit und Unfairness mir gegenüber. Aber wisst ihr was? Ihr könnt mich mal! Die gratis Fresserei und Sauferei lasse ich mir nicht verderben.

Denn auch mein Outfit steht bereits. Ganz im Zeichen der Corporate Identity. Ein Schuhwerk in den Firmenfarben, zu denen ich nach wie vor stehe. Nicht aber zu jenem Part meiner werktäglichen Zeitgenossen, die sich womöglich auch über Turnschuhe auf einer Weihnachtsfeier ihre Mäuler zerreißen. Hinter meinem Rücken. Ein Sinnbild. Denn im Leben steh ich vor euch!