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Musiker und Musikgruppen dienten mir stets als Inspirationsquelle in Sachen Kleidungsstil. Primär kam dieser Einfluss aus dem Genre des Rap und wird mir ein Leben lang erhalten bleiben. Run-D.M.C. spielen dabei eine wichtige Rolle. King Of Rock lautet einer ihrer Titel, kings of style nenne ich sie.

Im Fokus ihres Stils steht die Farbe Schwarz. Repräsentiert durch simple Kleidungsstücke. Und dienend als ideale Plattform für stylische Elemente, die das Outfit erst so richtig feinschleifen und perfektionieren: Weiße Turnschuhe und goldener Schmuck. Achtung: Für Letzteres gilt Zurückhaltung.

Run-D.M.C. lebten dies in Form von fetten Goldketten aus. Nichts mit Zurückhaltung, viel eher Übertreibung. Aber als Rapper hat man das Privileg dafür. Ich hingegen nicht, weswegen eine Uhr die Pflichtaufgabe des Bling-Bling übernimmt. Preis und Digitalanzeige schließen jegliches Zuhältertum aus.

Ihre geliebten Sneakers wurden als ständige Begleiter in einem eigens kreierten Track gefeiert. Die Rap-Pioniere trugen sie ohne Bänder, für mich dann doch eine Coolness-Nummer zu groß. So wie ein Hut, der mir darüber hinaus auch gar nicht stehen tut. Wie war das nochmal mit dem Privileg?

Levi’s x MLB

Baseball ist eine Sportart, bei der ich eher mit dem Merch der Teams was anfangen kann, als mit dem Spiel selbst. Partien können mitunter einige Stunden dauern, was für mich bloß pure Langeweile bedeutet. Das liegt aber womöglich definitiv daran, dass ich null Plan vom Regelwerk habe.

Aber zurück zum Merchandising. Zur Feier des Ende März bevorstehenden Start der neuen Major League Baseball Saison gab es einen Paarungsakt der besonderen und eher ungewöhnlichen Art und Weise. Zwölf Teams der MLB wurden mit ikonischen Kleidungsstücken der Marke Levi’s gekreuzt.

Die Los Angeles Dodgers, San Francisco Giants, New York Yankees, Chicago Cubs, St. Louis Cardinals, New York Mets, Toronto Blue Jays, Detroit Tigers, Oakland Athletics, Boston Red Sox, Kansas City Royals und Seattle Mariners mit dem Crew Sweatshirt, dem Club Coat und der Denim Trucker Jacket. Gute Arbeit.

Monate sind vergangen seit ich auch mein letztes Konto in den sozialen Medien gekillt habe. Entzugserscheinungen? Fehlanzeige! Nebenwirkungen? Geringfügiges und zu verkraftendes Informationsdefizit. Speziell bei Instagram bin ich froh, dass ich absolut nichts mehr mit dieser gefaketen Scheinwelt zu tun habe.

Ein Netzwerk unter der Macht sogenannter Beeinflusser, die im wahren Leben auf den Strich gehen. Werbestrich. Ihre Meinung verkaufen. Sich selbst verkaufen. Und sich von ahnungslosen Hypekids obendrein noch Like für Like in den Allerwertesten schieben lassen. Geld in den Mund, Likes in den Arsch. Was für ein Kreislauf.

Das Berliner Label Muschi Kreuzberg spricht mir mit seinen neuen Alphapieces direkt aus meiner angekotzten Seele. T-Shirts und Hoodies als dissende Antwort auf diese gesellschaftliche Mutation. Defluencer. Instagram Fakers. Unfollow for Unfollow. Anti Social Network Club. Teils schon erhältlich, großteils noch vorbestellbar. Und wie für mich gemacht.

(pics: muschikreuzberg-shop.de)

Trainingsanzug

Im letzten Beitrag schnitt ich die guten alten Neunziger an. Im heutigen Beitrag flieg ich sie an. Und ihr begleitet mich bei meinem Flug zurück in die Vergangenheit. In meine Vergangenheit. Anlass für diesen nostalgischen Anfall war der Erwerb eines neuen Kleidungsstückes.

Ich legte mir einen Trainingsanzug zu. Von Roca Wear. Eine Brand, die im eben besagten Jahrzehnt zum Leben erweckt wurde. Von keinem geringeren als Jay Z. Die Teile boomten. Und ich mittendrin. Meine Roca Wear Klamotten holte ich mir per Bus aus der Hauptstadt.

Mittlerweile meine Heimatstadt. An der Vorliebe zu Roca Wear hat sich hingegen nichts geändert. Daher der Trainingsanzug. White Sox Kappe und rotweiße Dunks komplettieren das Outfit. Dinge, die ich damals trug. Heute noch zieren sie mein Schlafzimmer. Nie werde ich mich davon trennen.

Baggy

Styletechnisch werden viele Stücke ewig in mir verankert sein. Basketballschuhe der alten Schule, Uhren aus Gummi, Sporttrikots. Seit je her und auf ewig. Vergöttert und getragen. Von meiner Wenigkeit.
 
Dem gegenüber steht Veränderung. Vieles gefiel mir, was ich mittlerweile aber für untragbar halte. Musterbeispiel: Baggy Pants. Ab den späten Neunzigern trug ich sie. Oder eher sie mich. Ich war eine halbe Portion und hatte in meiner Konstellation mindestens drei Mal in diesen Dingern Platz.
 
Der Einfluss kam vom Rap. Immer schon ein Wannabe Gangsta. Problemlos verstaute ich darin meinen Discman. Das ist der Vorreiter des MP3 Players. Ein portabler CD-Player. CDs waren Musikdatenträger. In Scheibenform.
 
Zurück zu den Baggy Pants. Levi’s bringt sie nun wieder auf die Bildfläche. Ein gewagtes Experiment. Nur für Mädels. In Versuchung wäre ich ohnehin nicht gekommen. Mittlerweile so furchtbar wie Glockenhosen. Die trug ich nie.