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Wir schreiben die diesjährigen Hundstage. Sagt man. Ein Hitzerekord fällt nach dem anderen. Weiß man. Und das täglich. Ein Ende nicht absehbar. Unerwartet schön und angenehm erscheinen dadurch die klimatisierten Bürostunden in der Arbeit. Trotz Arbeit. Und trotz U6.

Aber wer wird denn hier jammern und was wäre ein Sommer ohne Sommer und der subtropischen Klimazone in den Zwischenwaggons des Wiener Proletenschlauchs. Ziemlich surreal. Außerdem entgingen uns Frische, Sportlichkeit, Farbenpracht und Leichtigkeit hitzetauglicher Outfits.

Meine sommerliche Zusammenstellung dreht sich um eine der schillerndsten Figuren und schrägsten Vögel des Basketballsports: Dennis Rodman. Drei Jahre im Dienste der Chicago Bulls. Und deren schwarz-roten Teamfarben dienen als Muster dieses heißen Outfits.

Über die Sommertauglichkeit ärmelloser Basketball-Oberteile brauchen wir nicht diskutieren. Wohl aber über das Turnschuhwerk. Als perfekte Begleiter empfehle ich konforme Farben. Dazwischen bitte Kontrast. Hosentechnisch wohlgemerkt. Denn Straße ist nicht Court.

Musiker und Musikgruppen dienten mir stets als Inspirationsquelle in Sachen Kleidungsstil. Primär kam dieser Einfluss aus dem Genre des Rap und wird mir ein Leben lang erhalten bleiben. Run-D.M.C. spielen dabei eine wichtige Rolle. King Of Rock lautet einer ihrer Titel, kings of style nenne ich sie.

Im Fokus ihres Stils steht die Farbe Schwarz. Repräsentiert durch simple Kleidungsstücke. Und dienend als ideale Plattform für stylische Elemente, die das Outfit erst so richtig feinschleifen und perfektionieren: Weiße Turnschuhe und goldener Schmuck. Achtung: Für Letzteres gilt Zurückhaltung.

Run-D.M.C. lebten dies in Form von fetten Goldketten aus. Nichts mit Zurückhaltung, viel eher Übertreibung. Aber als Rapper hat man das Privileg dafür. Ich hingegen nicht, weswegen eine Uhr die Pflichtaufgabe des Bling-Bling übernimmt. Preis und Digitalanzeige schließen jegliches Zuhältertum aus.

Ihre geliebten Sneakers wurden als ständige Begleiter in einem eigens kreierten Track gefeiert. Die Rap-Pioniere trugen sie ohne Bänder, für mich dann doch eine Coolness-Nummer zu groß. So wie ein Hut, der mir darüber hinaus auch gar nicht stehen tut. Wie war das nochmal mit dem Privileg?

Levi’s x MLB

Baseball ist eine Sportart, bei der ich eher mit dem Merch der Teams was anfangen kann, als mit dem Spiel selbst. Partien können mitunter einige Stunden dauern, was für mich bloß pure Langeweile bedeutet. Das liegt aber womöglich definitiv daran, dass ich null Plan vom Regelwerk habe.

Aber zurück zum Merchandising. Zur Feier des Ende März bevorstehenden Start der neuen Major League Baseball Saison gab es einen Paarungsakt der besonderen und eher ungewöhnlichen Art und Weise. Zwölf Teams der MLB wurden mit ikonischen Kleidungsstücken der Marke Levi’s gekreuzt.

Die Los Angeles Dodgers, San Francisco Giants, New York Yankees, Chicago Cubs, St. Louis Cardinals, New York Mets, Toronto Blue Jays, Detroit Tigers, Oakland Athletics, Boston Red Sox, Kansas City Royals und Seattle Mariners mit dem Crew Sweatshirt, dem Club Coat und der Denim Trucker Jacket. Gute Arbeit.

Monate sind vergangen seit ich auch mein letztes Konto in den sozialen Medien gekillt habe. Entzugserscheinungen? Fehlanzeige! Nebenwirkungen? Geringfügiges und zu verkraftendes Informationsdefizit. Speziell bei Instagram bin ich froh, dass ich absolut nichts mehr mit dieser gefaketen Scheinwelt zu tun habe.

Ein Netzwerk unter der Macht sogenannter Beeinflusser, die im wahren Leben auf den Strich gehen. Werbestrich. Ihre Meinung verkaufen. Sich selbst verkaufen. Und sich von ahnungslosen Hypekids obendrein noch Like für Like in den Allerwertesten schieben lassen. Geld in den Mund, Likes in den Arsch. Was für ein Kreislauf.

Das Berliner Label Muschi Kreuzberg spricht mir mit seinen neuen Alphapieces direkt aus meiner angekotzten Seele. T-Shirts und Hoodies als dissende Antwort auf diese gesellschaftliche Mutation. Defluencer. Instagram Fakers. Unfollow for Unfollow. Anti Social Network Club. Teils schon erhältlich, großteils noch vorbestellbar. Und wie für mich gemacht.

(pics: muschikreuzberg-shop.de)

Vorweggenommen: Ich bin nicht militant. Kein Befürworter von Krieg oder Waffen. Klar. Dennoch scheint es da eine nicht nachvollziehbare Verbindung zu militärischen Elementen zu geben. Tief in mir. Unterbewusst. Sei es zu Fluggeräten. Sei es zu Kleidungsstücken.

Wie zu dieser Jacke. Vintage. Aus einem Army Shop. Woher auch sonst. Es war Zufall. Und ein langwieriger Prozess. Skepsis wurde durch oftmalige Anprobe in Glück umgewandelt. Freude kam auf. Über Größe XXL. Und insbesondere über den schreienden Adler am linken Oberarm.

Das Wappen der 101st Airborne Division der US Army. Auch genannt: The screaming eagles. Warum wohl. Eine Luftlandedivision mit fast 300 Helikoptern zur Beförderung tausender Soldaten in feindliches Gebiet. Ich wiederhole: Ich bin nicht militant.

Nach einer Vielzahl an Hubschrauberflügen genießt meine Jacke nun ihren wohlverdienten Ruhestand. In Wien. Erster Spaziergang in Rente fand im Winter statt. Ein Hoodie musste her. Darunter. Ebenfalls darunter, jedoch mit Guckloch: Meine Uhr. Im adäquaten Colorway.