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Eine bunte Welt schier unendlicher Fröhlichkeit, nicht zuletzt deswegen mit einem Hauch Tristesse behaftet. Der Prater. Korrekt ausgedrückt: Der Wurstelprater. Zurückzuführen auf eine Theatergestalt ähnlicher Komik aus dem 17. Jahrhundert: Hanswurst. Erzählungen nach. Alleine der Namensgeber deutet auf die weit zurückreichende Tradition der Wiener Vergnügungsmeile hin.

Ein verrückter, faszinierender Ort. Geprägt von einem Duft aus Langos und Zuckerwatte, untermalt vom Jingle-Klang aus Lautsprechern diverser Attraktionen. Letztere befinden sich auch in der kalten Jahreszeit nicht ausnahmslos im Winterschlaf. Aus Sicht der Tagada-Tänzer aber absolut nachvollziehbar und überlebensnotwendig. Müssen doch neue Moves für die Hauptsaison antrainiert werden.

Ein absurder Mittelpunkt der Unterhaltung, des Zeitvertreibs, des Lebensunterhalts. Dort, wo Liliputbahn und Break Dance ihr Zuhause haben und Geisterbahnen eher das Lachen als Fürchten lehren. Ein nie ausgestorbener Ort, der mich schon als Kind in seinem bizarren Bann zog und an dem einst vom Kettenkarussell über den Dächern Wiens mein säuerlicher bröckeliger Mageninhalt auf das Volk regnete.

„Wien ist eine Stadt der kulturellen Offenheit, der gelebten Toleranz und des humanitären Engagements. Wir bekennen uns zur kulturellen Vielfalt, zur kulturellen Aufgeschlossenheit, zum Ermöglichen und zum Zulassen. Die Stadt Wien unterstützt die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen.“ Ein Zitat des großen Ex-Bürgermeisters Michael Häupl. Im Rahmen des Projektes Wienerwand. Eine Initiative zur Schaffung legaler Graffitiflächen.

Über 20 zugelassene Freiluftgalerien zählt die Stadt mittlerweile. Am berühmtesten zweifelsohne jene entlang des Donaukanals im Stadtkern. Angeblich auch die längste zusammenhängende Graffitiwand Europas. Ich staune. Wie auch über das ekelhafte Wasser, den nicht vorhandenen Schutz am Ufer und die geringe Menge an unfreiwilligen Badegästen. Speziell in Hinblick auf die durchaus hohe Promilleanzahl in der warmen Jahreszeit.

Die auf mich wirkende Anziehungskraft der bunten Wände kann somit auch auf sicherheitstechnische Gründe zurückgeführt werden. Dennoch überwiegt der kulturelle Aspekt der auch dort nicht überall legalen, aber tolerierten Sprühkunst, dessen Veränderung durch die begrenzte Lebenszeit stets überspraybarer Werke mich in regelmäßigen Abständen zu Entdeckungsreisen einlädt. In die sich revitalisierende Revitalisierung einer einstigen Grauzone.

Die Stiftgasse 5-9. An und für sich keine Besonderheit. Ein Parkhaus halt. Die Besonderheit verbirgt sich im Inneren. Ein genauerer Blick in den Einfahrtsbereich reicht, um das gewisse Extra zu erkennen. Hermann’s Würstel-Salon. Korrekt. Eine Würstelstand im Parkhaus. Gewöhnungsbedürftig. Wenn nicht sogar bizarr. Tatsache aber: Kultstatus.
 
Und dieser ist wahnsinnig hoch. Denn welche Garage kann von sich schon behaupten, eine eigens integrierte Würstelbude zu besitzen? Und welche Würstelbude kann von sich schon behaupten, ein eigenes Parkhaus zu haben? Nicht viele und auf unsere Stadt beschränkt, womöglich keine andere. Daher nicht nur kultig, sondern auch ziemlich einzigartig.
 
Wer also Bock auf eine Wurst in extravaganter Atmosphäre hat, ist herzlich bei Hermann’s Würstel-Salon am Neubau willkommen. Darüber hinaus könnt ihr auch noch wählen, ob ihr beim Verzehren eurer gebratenen Köstlichkeiten den ein- und ausfahrenden Autos vom Innenraum der Bude oder vom eigenen Schanigarten aus beobachten wollt.

Turnschuh Update

Mein meistgeklickter Beitrag lautet Sneakers Guide Vienna. Immer noch. Und daran wird sich meiner Meinung nach auch nie etwas ändern. Gut so. Hab ich damit mit Sicherheit so manch Ortsunkundigen zu neuen Turnschuhen verholfen.

Chronologisch beginnt das heutige Update mit einem Wegfall. Der Paar Laden hat im Oktober nach sieben Jahren geschlossen. Mir wird er nicht sonderlich fehlen, trotzdem trug er wesentlich zur Entwicklung der Wiener Sneaker Szene bei. Danke und RIP.

Neu hingegen ist der Asics Store. Enorm innovativ, auf zwei (oder drei?) Stöcken und dort ansässig, wo sich die Mariahilferstraße mit der Kirchengasse kreuzt. Das Angebot enthält das gesamte Portfolio der Marke. Wichtiger Teil davon: Sneakers.

Last but not least: Nike Vienna. Ihr wisst Bescheid. Wenn nicht, scrollt nochmal einen Beitrag hinunter. Geöffnet seit genau einer Woche, kann der Store sehr viel. Nicht aber alles. Doch was zählt: Der Swoosh is back in town. Und das genieß ich.

Nike Vienna

Nike Vienna ist zurück. Seit Donnerstag hat der neue Nike Store auf der Mariahilfer Straße geöffnet. Nur ein Block neben dem ehemaligen Generali Center, wo der alte vor ungefähr eineinhalb Jahren dicht machen musste. Mein Weltbild ist somit wieder zurecht gerückt. Mein Stadtbild besser gesagt. Willkommen zurück.

Die Auszeit zahlte sich aus. Eine Fläche, die nach meinem Augenmaß ungefähr das Fünffache des alten Stores beträgt und auf zwei Stockwerke verteilt ist. Eine prächtig spiegelnde Außenfassade, die den Tempel glanzvoll erstrahlen lässt. Auf Ebene 0 kommen Ladies und Kids auf ihre Kosten, Ebene 1 beheimatet Running, Lifestyle und Training für Männer sowie Jordan und Fußball.

Freitag und Samstag gab’s das große Opening Party Weekend mit vielen Specials während der Geschäftszeit. Ich nahm mir das Flaggschiff Freitagnachmittag unter die Lupe. Sehr cool, nur vom Hocker haute es mich nicht. Keine NBA, keine NFL. Meine beiden großen Kritikpunkte. Trotz dieser Größenordnung eben doch keine Nike Town.