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Stadtexporte beziehungsweise Dorfimporte hatten eine immense Bedeutungshöhe während meiner Jugend. Sicherten sie mir doch die Möglichkeit, mich nicht nur styletechnisch ausleben, sondern mich vielmehr in eine individuelle Richtung und weg von meiner Mitschülerschaft entwickeln zu können.

Was zunächst Zugreisen nach Graz waren, entwickelte sich bald zu Busreisen nach Wien. Graz ist eben doch nur ein großes Dorf, Internet war damals noch nicht Internet und um an richtig cooles Zeug zu kommen, musste die Reise in die Großstadt gewagt werden. Nicht ohne für einen minderjährigen Südburgenländer.

17 Jahre alt war ich bei meinem ersten Reiseantritt. Genau die Hälfte meines aktuellen Alters. Die Zeit vergeht. Erinnerungen bleiben hingegen. Mit dabei meine Schwester und eine gemeinsame Freundin. Nebenbei verspürte ich ein gewisses Freiheitsgefühl. Weit weg von den Eltern und der Provinz.

Und mitten im Schuhparadies. Zu Zeiten, wo Sneaker nicht zur Grundausstattung eines jeden gehörten und nicht ein Release Datum das nächste jagte. Ein Überraschungseffekt, der mir Converse Weapon bescherte. Meine ersten Retro Basketballschuhe. Und richtig fette Dinger. Mittlerweile leider rausgewachsen.

Dass Turnschuhe etwas Besonderes, wenn nicht sogar etwas Magisches an sich haben, davon war und bin ich seit jeher überzeugt. Dass ich mich in diesem Irrglauben nun auch tatsächlich bestätigt fühlen darf, das verdanke ich der lieben Sonja.

Besser gesagt ihrem Schuhwerk, dem schwarzen Air Max 97. Erblickt in einem Berliner Store, aufmerksam beobachtet durch ihren Schnucki und resultierend in einem überraschenden Wiedersehen unter dem Weihnachtsbaum. Mir entgeht eben nichts.

Als die neuen Lieblingstreter dann auch noch die starken Fußschmerzen wie von Geisterhand verschwinden ließen, war die Unzertrennlichkeit schließlich besiegelt. Und mein anfangs angedeuteter Irrglaube. Heilende Kräfte also.

Ob nun auf eine Risikoverringerung des wiederkehrenden Schmerzes oder auf das wahnsinnig schöne Tragegefühl zurückzuführen, Fakt ist, die luftgepolsterten Sneakers dürfen zu jedem Anlass mit. Und zu jedem Outfit. Zu jeder Jahreszeit. Ungebunden.

Am liebsten aber beim Erhöhen des Kilometerstands im Rahmen eines ausgiebigen Spaziergangs in trauter Zweisamkeit. Auf den Freund bezogen. Oder Schuhe miteinbezogen: In trauter Viersamkeit. Wie auch immer. Sonjas coolster Sportschuh ever.

Connys peinlichstes Erlebnis in ihrem Lieblingsschuh nahm glücklicherweise nicht nur ein gutes Ende, sondern bescherte der 31-jährigen Kindergartenpädagogin auch eine ganz neue Erfahrung. Und zwar, dass sich ihr Sk8-Hi auch bestens zum Sprinten eignet. Machte sich doch tatsächlich ihr Longboard selbstständig, rollte in Richtung Bundesstraße und legte durch eine verursachte LKW-Vollbremsung für einige Sekunden den Verkehr der südburgenländischen Metropole Jennersdorf lahm.

Bis auf Aussetzer wie diesen, sind Conny und ihr schwarzer Sk8-Hi aber ein eingespieltes Team, was sich regelmäßig und besonders in Konzerthallen oder am Festivalgelände bewährt. Die Bequemlichkeit, in erster Linie zurückzuführen auf die Breite des Schuhs, war der ausschlaggebende Punkt für den Kauf. Denn Sk8-Hi Erfahrung hatte Conny bereits zur Genüge in ihrem roten Paar aus San Francisco gesammelt.

Darüber hinaus passt die schwarze Alternative zu jedem ihrer Outfits. Ob also bei der Behinderung des Fließverkehrs auf Jennersdorfs wichtigster Straßenverbindung, beim anschließenden Weltrekordversuch im Vollsprint, während des Genusses ihrer rockmusikalischen Leidenschaft, oder bei der Früherziehung der ihr überlassenen Schreihälse. Connys Sk8-Hi darf immer mit.

Drei Mal unumstrittener Sieger bei der Wahl zum „am coolsten gekleideten Lehrer“. Auch dank seines Schuhwerks. Das ist die Geschichte von Stefan und seinen Pumas aus echtem Leder. Schöne Erinnerungen. Denn mittlerweile genießt der bald 68-Jährige seinen wohlverdienten Ruhestand. Sehr sogar.

Seine gut gepflegten Lederschuhe trägt er nun am liebsten in der warmen Jahreszeit beim Einkaufen oder am Sportplatz und kombiniert sie zu legeren Outfits. Das angenehme Tragegefühl, die Leichtigkeit zweier Federn, das zeitlose und gut aussehende Design sind für Stefan nicht zu toppen. Durch keinen Schuh der Welt.

Sein Sohn David schenkte ihm das Paar einst zu Weihnachten. Im Jahre 2007. Nach einem Praktikum in Herzogenaurach bei der springenden Raubkatze. Dem Hersteller. Es handelt sich also quasi um einen Import. Seitdem ist Stefans Sohn auf Schritt und Tritt bei ihm. Das macht den Schuh auch so besonders für ihn. Danke Papa.

Samuel ist 18 Jahre und Schüler des Goethegymnasiums in Wien. Sein Alter und seine Schule lassen korrekte Schlüsse auf sein kürzlich bevorstehendes Maturantendasein zu. Freizeittechnisch lebt er seine Leidenschaft zu Parkour aus. So sehr, dass er seine Skills mittlerweile auch als Trainer weitergibt und sich durch sein Hobby ein schönes Taschengeld dazuverdient.

Präsentieren darf ich euch heute Samis adidas Essential Star 3 in. Ein Turnschuh, auf den er über die Parkour Community gestoßen ist. Aufgrund der Empfehlung mehrerer Athleten und intensiviert durch Gefallen am Design war der Kauf nahezu obligatorisch für ihn. Seit ungefähr einem halben Jahr trägt er ihn nun. Wann und wo sollte selbsterklärend sein.

Die so gut wie nicht vorhandene Dämpfung trägt auf wundersame Weise zum Tragekomfort bei, was am daraus resultierenden und erhöhten Bodengefühl in den Füßen liegt. Ein nicht unwesentlicher Faktor bei diversen Moves seines Lieblingssports, von denen Samuel schon einige in seinem Star 3 gelernt hat. Und mindestens genauso viele Verletzungen zog er sich schon zu.

Flo ist Wahl-Grazer. Alterstechnisch kann er sich langsam aber sicher auf das Ende seiner glorreichen Zwanzigerdekade vorbereiten. Beruflich lässt er sein Fachwissen in wichtige IT-Projekte eines Logistikdienstleisters einfließen. Und privat rockt er gerne seinen Air Jordan 4 Thunder.

Am liebsten tut er das im Nachtleben des Wochenendes. So entwickelte sich sein schwarzgelbes Schuhwerk zum Denkmal an eine Serie legendärer Partynächte mit seinem besten Freund. Ein Schuh, an dem jedoch nicht nur Erinnerungen und Spaß hängen. Sondern auch eine gewisse Hingabe.

Denn es war Liebe auf den ersten Blick. Gesehen am Fuß seiner Style Ikone, einem DJ und Part eines epischen Trios. Nicht zuletzt ließ er sich diese musikalische Leidenschaft unter die Haut seines Rückens stechen. Aus Liebe zu Style und Musik entstand also auch die Liebe zu diesem Schuh.

Eine außergewöhnliche Liebe. Denn „interessant ist, was rar ist“ und getreu diesem Leitspruch würde Flo seine Thunder niemals im Alltag tragen. Der Anlass muss ein besonderer sein. Oder die Stimmung. Und schon ist das seltene, markante und farblich elegante Donnerwetter perfekt.

Jay. Ein sportlicher Typ, der aufgrund der Vielzahl seiner Hobbys so gut wie nie zur Ruhe kommt. Ständig auf den Beinen ist. Und die Ehre hat, eines seiner Schuhwerke als Hauptdarsteller des ersten externen Kapitels meiner Schuhgeschichten präsentieren zu dürfen.

Jay bevorzugt die praktische Variante: Bequemlichkeit steht ganz oben, für nahezu jeden Anlass müssen sie geeignet sein und der Pflegeaufwand sollte sich in Grenzen halten. Jordan Eclipse nennt sich diese besohlte Allzweckwaffe, die er immer wieder kaufen würde.

Auf Worte folgten Taten. Jay besitzt bereits zwei Paare des Eclipse. Die schwarze Version mit weißer Sohle wurde bequem im Onlineshop von Nike erstanden. Natürlich. Denn ein wahrer Befürworter des Komforts steht in jeder Lebenslage zu seinen Prinzipien.

Das gemütliche Allroundtalent begleitet Jay nicht nur in der Freizeit während und auf dem Weg zur Ausübung seiner sportlichen Lieblingsbeschäftigungen. Auch in der Arbeit unterstützt es tatkräftig mit der Entlastung seiner Beine. Eine Gemeinschaft fürs Leben.

Heute schlagen wir das nächste Kapitel meiner shoestories auf. Diesmal ohne Sneakers. Gegen den bisherigen Trend also und so außergewöhnlich, dass ich auf Badeschlapfen zurückgreife. Liebevoll nenne ich sie Camoletten. Ein Wortspiel. Zusammengesetzt aus Camouflage und Adilette.

Wie es dazu kam? Unschwer zu erkennen. Erstrahlen meine Lieblings- und einzigen Schlapfen doch im Glanz einer wunderschönen Wüstentarnung. Meiner Lieblingstarnung. Passend zum Design und Hintergrund meines Blogs hatte ich keine Wahl. Ich musste sie mir kaufen. 2013 war das.

Seitdem gingen wir durch fünf gemeinsame Sommer. Sommer voller Sonne, Urlaube am Meer, Freibadbesuche und Partys am Strand. Letzteres ging nicht spurlos an ihnen vorüber. In Kroatien wurde mit Farbe gesprüht. Ebenfalls 2013. Seitdem tragen sie rosarote Sohlen. Unauswaschbar.

Meine Camoletten genießen sogar Ausnahmestatus. Nur in ihrer Form ertrage ich die drei Streifen an meinen Füßen. Diese Abneigung scheint ebenfalls ein Grund für deren liebevolle Umbenennung gewesen zu sein. Trotz Antipathie erkenne ich auch an. Denn bequem sind sie ja. Und wie.

Der Air Jordan 1 OG black royal von Nike. Ein weiteres Stück Geschichte aus meinem Schuhschrank. Stark verbunden mit meinem Blog. Stärker als ihr denkt. War es doch genau dieser Schuh, dessen Erwerb im Frühjahr 2013 Anlass für meinen allerersten Beitrag war.

Fünf Jahre und 535 Beiträge später trage ich ihn immer noch gerne und regelmäßig. Einser Jordans besitze ich so einige, der schwarzkönigsblauen Farbkombination kann keiner die Hände reichen. Für mich sind die Royals der schönste Air Jordan 1 aller Zeiten.

Auf das Kauferlebnis ging ich mit Beitrag Nummer eins ein. Ausführlich. Diesmal gehe ich auf das prägendste gemeinsame Erlebnis ein. Den Dreh eines Werbespots. Ich als Hauptdarsteller und meine Royals mit von der Partie.

Voller Freude musste ich mehrmals auf meinen Knien rutschen. Am Boden. Die für die Kamera gekünstelte Freude verging schnell, da meine Knie anschwollen, vor allem aber meine geliebten Treter zerkratzt wurden. Die Wunden sind nie verheilt. Auf den Schuhen.

Nicht nur die Ära meiner Schuhgeschichten startet mit diesem Beitrag, auch die Ära der Nike Retro Basketballschuhe an meinen Füßen wurde mit dem Inhalt dieses Beitrags eingeläutet. Mit dem rotweißen Nike Dunk.

Es war 2002. Mein erster Trip als Führerscheinneuling Richtung Hauptstadt. Etwas Nervosität im Gepäck, Schwester im Gepäck und auf der Heimfahrt eben auch den Nike Dunk im Gepäck. Frisch vom Ausverkauf.

Von da an waren wir unzertrennlich. Ich trug meine Babys in Rot und Weiß bei nahezu jeder Gelegenheit. In der Schule. Beim Rumhängen. Beim Sport. Beim Feiern. Und kehrte mit ihnen zurück nach Wien. Zum Studieren.

Dazwischen gab es Stress. Für Mama. Sie wagte es doch tatsächlich, meine mittlerweile abgefuckten Dunks zu waschen. Ich wusste mir zu helfen. Mit schwarzer Schuhcreme. Im Nu waren sie wieder cool.

Komplett zerstört und gelbsohlig dekorieren sie heute meine Wohnung. Einer steht im Schlafzimmerregal, einer im Wohnzimmer. Trotz durchgewetzter Sohle werden sie mich so noch mein Leben lang begleiten können.