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2. November 2017. Der Tag, an dem ich meinen Sozialtod starb. Ein für mich nicht nur neuer Zustand, für mich auch ein neuer Begriff. Der mir auf Anhieb gefiel. Nicht das Wort an sich, die Bedeutung dahinter. Für das Wort bin ich fast zu alt. Stammt es doch aus der Liste der Nominierungen für das Jugendwort des Jahres.

Mein seit nun fast zwei Wochen andauernder neuer Zustand steht für keinerlei Präsenz in sämtlichen sozialen Medien. Mein Blog ist es schon länger. Die Eliminierung meines privaten Facebook Accounts war nun der fällige Schritt in meinen persönlichen Sozialtod. Obwohl es in Wahrheit einen großen Schritt in Richtung sozialeres Leben bedeutet.

Kein Teil einer zum Großteil likegesteuerten Fake Gesellschaft (ich kann es nicht oft genug erwähnen) zu sein, tut schlicht und einfach gut. Schluss mit Informationsüberflut, Schluss mit den nervenden Selbstdarstellerfratzen, Schluss mit Freunden, die außerhalb der Virtualität gar keine Freunde sind. Und endlich mehr Zeit zum Leben.

Den meisten von euch ist es mit Sicherheit noch gar nicht aufgefallen. Und die, die es wissen, wissen es erst seitdem ich es ihnen gesagt habe. Ich rede von meiner neuen URL bzw. meiner neuen Domäne. Mit der wundervollen Endung Punkt what the fuck.

Natürlich bin ich weiterhin auch mit besenstil.at erreichbar, nur konnte ich keine Sekunde lang mit dem .wtf-Kauf zögern, als ich gesehen habe, dass dies nun möglich ist. In diesem Zuge bedanke ich mich recht herzlich beim temporären Wiener Club Horst. Dort habe ich mir .wtf abgeschaut.

Oder nennen wir es Inspiration geholt. Und es passt wie die Faust aufs Auge zu meinem Anti Blog. Wie ich finde. Ein untypischer Blog mit einer untypischen Domain. Und zur Feier des Tages noch ein untypisches Video: Badam. WTF!?

Am 22. April 2013 veröffentlichte ich den ersten Beitrag auf meinem Blog. Viereinhalb Jahre später veröffentliche ich den 500. Beitrag. Hier und heute. Knapp 70000 Wörter später.

Wo und wann wird meine Reise wohl enden? Eine Frage, die mich seit dem Beginn begleitet. Nach 500 Beiträgen? Nach 1000 Beiträgen? Nach fünf Jahren? Nach zehn Jahren? Fakt: Nach 500 nicht.

Nach wie vor ist es mir eine Herzensangelegenheit. Die Konsequenz immer noch vorhanden. Wenn auch anders. Denn meine Zeit ist mittlerweile beschränkter. Aus berufstechnischen Gründen.

Phasenweise leidet die Kreativität. Womöglich ebenfalls aus berufstechnischen Gründen. Aber ich kämpfe dagegen an. Mit eisernem Willen fahre ich meine Linie weiter. Gegen den Mainstream.

Mein Blog ist anders. Wurde anders. Mein Blog sieht anders aus. Hier regiere ich. Geldunverseucht. Wie viele Beiträge auch noch kommen mögen, mein Blog bleibt anders. Happy 500 to me. Cheers.


Nein. Keine Panik. Meine Webseite oder euer Rechner, der diese soeben anzeigt, wird sich nicht in wenigen Sekunden selbst zerstören. Vielmehr beschäftigt sich die Aktion Selbstzerstörung mit meiner Vergangenheit. Besser gesagt mit der Vergangenheit hier auf meinem Blog.

Geschmacksänderungen oder damalige, kurzfristige Geschmacksverwirrungen, eine neue Einstellung und Meinung. Mittlerweile schlechte Erfahrungen. Richtungsänderungen oder Schließung bestimmter Stores, Lokale und Brands. Und teilweise auch deren Undankbarkeit.

Gründe, die zu vielen Überlegungen führten, die wiederum hier und jetzt in dieser Aktion endeten. In der Eliminierung sämtlicher, von obigen Gründen betroffner Beiträge. 66 an der Zahl. Zwei davon nur teilweise. Von insgesamt 460 bisher veröffentlichten.

Eliminiert heißt durchgestrichen. Nicht gelöscht. Außer die Bilder. Speziell in die Texte floss viel Arbeit und Energie. Und sie verhalfen meinem Blog zum Wachstum. Daher dürfen sie in optisch hervorgehobener und schwer lesbarer Form bleiben.

Das Gesamtbild stimmt wieder. Ich bin mit meiner Vergangenheit im Einklang. Die Authentizität ist somit wieder gegeben. Keine Beiträge, die hier normal lesbar sind, mit denen ich mich aber nicht mehr identifizieren kann. Denn Dinge können sich nun mal ändern.

Der Anti Blog. Was hat es damit auf sich, eine Frage, die mir des öfteren schon gestellt wurde. Bin ich gegen Blogs? Bin ich gegen Blogger? Ist es auf mich bezogen? Halte ich mich für einen unfähigen Blogger? Oder bin ich tatsächlich ein unfähiger Blogger?

Letztere beiden Punkte schließe ich definitiv aus. Danke an mein Ego. Und an das positive Echo eurerseits. I love you. Viel mehr beziehe ich meinen Slogan auf diesen Mainstream mit all seinen Selbstdarstellern, Swag-Lords, Werbeschlampen, Hipsters, Blendern, Wannabe-Celebs, Clean-Eaters, Weltverbesserern und und und.

Ich distanziere mich. Entwickle mich. Zieh mein eigenes Ding durch. Blogs zu lesen gehört längst der Vergangenheit an. Portale wie Bloglovin’ haben sich erübrigt. In diversen Verzeichnissen scheine ich nicht mehr auf. Ich will nicht dazugehören. Diese Community kotzt mich an. Mit all ihrem Fake-Shit. Was bleibt: Die Liebe am Schreiben.

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