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Stille Nacht, heilige Nacht. Alles schläft, einsam wacht. Nur das traute hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar. Schlaf in himmlischer Ruh, schlaf in himmlischer Ruh. Und das ist das Stichwort. Ruhe. Himmlische Ruhe. Wieso?

Ganz verstehen kann ich es nicht. Adventszeit und Weihnachten, Zeit der Besinnung und Stille. Auf einmal werden alle so gut, friedlich, familiär und sogar romantisch. Als ob dafür nicht auch Zeit im restlichen Jahr wäre, muss für ein paar Tage gekünstelt werden.

Und das alle Jahre wieder. Genauso wie diese goldglänzenden Blogger- oder korrekt gesagt Werbeschlampen-Adventskalender, die Jahr für Jahr das Internet verseuchen. Nicht mit mir und getreu meiner Linie mal wieder ein etwas anderer Weihnachtsbeitrag.

Pünktlich am 24. darf ich euch in meiner ganz und gar nicht stillen Nacht willkommen heißen. Gangsta Rap steht am Programm und nachfolgend eine kleine Weihnachtsplaylist mit Snoop, Eminem und Eazy-E. Lustig bis obszön und nicht ganz jugendfrei. Frohe Weihnachten.



Eminem und seine Musik hatten von Beginn an große Bedeutung für mich. Ein Rapper, dessen Karriere ich von der ersten Stunde an mitbekommen habe. Dessen Songs und besonders dessen Style mich in meiner Jugend prägten. Und ewig in mir verankert sein werden.

Vor fünf Tagen erschien Revival. Eminems neuntes Soloalbum. Der Titel steht für Wiederbelebung. Nach vier Jahren Abstinenz und einem Beinahe-Tod an Überdosis im Jahre 2007 nicht zu unrecht gewählt. Mit dabei: Beyoncé, Ed Sheeran, Alicia Keys, Pink und Skylar Grey.

Die Folge: Sehr viel Pop. Teilweise auch rockig. Geschmacksache. Der mittlerweile 45-Jährige aber charismatisch, energisch, laut und technisch höchstwertig wie in guten alten Zeiten. So geht Rap. Kein Mumble „Rap“, den auch Eminem hier mit Chloraseptic angreift. Pluspunkt.

Ebenso Inhalt: Politik. Trump als Spalter der Gesellschaft oder Atomwaffen in Nordkorea. Und Gesellschaft. Rassismus und Polizeigewalt. Und persönliche Themen. Die Verarbeitung seiner Ehe und nicht (mehr) zu erfüllende karrieretechnische Erwartungen. Reinhören.


„And when I’m gone, just carry on. Don’t mourn, rejoice every time you hear the sound of my voice. Just know that I’m looking down on you smiling.“ Ein Ausschnitt aus When I’m Gone von Eminem. Mein Lieblingssong des Rappers. Kein anderer Künstler prägte meine Jugend mehr als Slim Shady.

Kopfhörer in den Ohren und täglich pumpte ich mich um die Jahrtausendwende mit den Texten und Beats des weißen Ausnahmekönners zu. Versorgt wurde ich über meinen Discman, eingesteckt in Baggy Pants. Hosen, in der ich problemlos auch eine Stereoanlage transportieren hätte können. Ganz nach meinem damaligen Vorbild.

Wirklich weg war er nie, trotzdem wurde es ruhig um ihn. Um dem etwas entgegenzuwirken und sich getreu des einleitenden Textes am Klang seiner Stimme zu erfreuen, konzentrieren wir uns nun voll und ganz auf meine Favoriten an Eminem Tracks: Forgot About Dre, The Way I Am und eben When I’m Gone.



Die guten alten Zeiten. Rein in die Baggy Pants, Walkman an und ab in die Schule. Ich war eine coole Sau. Moment mal, Walkman, sagt euch das was? Die ältere Generation weiß wovon ich spreche. Schreibe. Aber das jüngere Publikum unter euch? Ich bin mir nicht sicher. Kläre somit auf: Das waren diese Dinger, mit denen unterwegs Kassetten gehört werden konnten. Und Kassetten? Die kamen noch vor den CDs, diesen glänzenden Scheiben.

Kassetten klettern die Beliebtheitsskala aktuell wieder etwas hoch, was auch dem guten Marshall Mathers nicht entgangen sein dürfte. Denn 17 Jahre nach dem Release von The Slim Shady LP erscheint genau dieses Album als Kassette am Markt. Sensationell. Diese Scheibe war es übrigens auch, die Eminem zum Star machte und ihm seinen ersten Grammy bescherte.

Der Vintage Kult hat somit auch die Welt der Tonträger erreicht. Mitten im digitalen Zeitalter. Ich bin vollauf begeistert. Bleibt nur zu hoffen, dass das gute Tape auch den Weg über den großen Ozean finden wird und zu uns in die alte Welt vorstößt. Falls wirklich: Fixkauf. Aber sowas von.

(pic: shadyrecords.com)

(pic: shadyrecords.com)

…Shady’s back, tell a friend! Juhu ich kann Euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf The Marshall Mathers LP 2 gefreut hab. Vor knapp einem Monat war der große Erscheinungstag des mittlerweile achten Studioalbums eines meiner größten Jugendhelden. Ja das waren noch Zeiten, als ich mit blondierten Haaren und Eminem-Sound im Discman über den Schulhof zog. Für die Jüngeren unter Euch, ein Discman war sowas wie ein MP3-Player, nur für CDs. Und dieser hatte sogar in meiner Hosentasche Platz. So fett waren meine Baggy-Pants.

In genau solch eine Zeitreise versetzt mich das neue Album ganze 13 Jahre nach der Einser LP. Das Cover wird wieder vom selben Haus geziert. Zumindest sieht es danach aus. Ich gehe mal davon aus und auch, dass es sich hier möglicherweise um das Haus handelt, wo der kleine Marshall aufgewachsen ist. Wie gewohnt kompromisslose Titel, 21 an der Zahl. Zum Teil sehr rau, aggressiv und emotional, aber auch witzig und sarkastisch. Sein typischer Stil eben. Aktuell steh ich auf die Tracks Survival, Rap God und Brainless. Mit dabei ist auch wieder Rihanna, die beiden haben sich ja inzwischen als eine Art musikalisches Erfolgsduo etabliert.

Meine Erwartung nach all seinen Hochkarätern an Alben war dementsprechend hoch, ich muss sagen bei Recovery im Jahr 2010 war das nicht so extrem. Dort war ich viel mehr über Eminems Comeback überrascht. Aber die ganze Aufregung völlig umsonst. Mit gutem Gewissen kann ich behaupten, Marshall bestätigt mit seiner neuen LP alles bisher Dagewesene.

(pic: eminem.com)

(pic: eminem.com)