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Heute mal wieder etwas Kunst. Frisch von der Straße. Aber nicht aus unserer schönen Wiener Stadt. Diesmal als kleine Mitbringsel. Aus anderen schönen Städten, in denen ich in der letzten Zeit so unterwegs war. Beide Wochenendtrips fanden im März statt. Zunächst stand Turin am Programm, zu Ostern dann Graz.

Turin. Abflug Samstag in der Früh. Viele Jahre wusste ich nicht einmal, dass Samstag auch einen Morgen hat. Aber kein Verschlafen. Mit knapp 300 Stundenkilometer ging es dann im Hochgeschwindigkeitszug von Mailand nach Turin. Reisegrund war ein Fußballspiel. Untypisch dazu das Graffiti Foto. Aber es entstand.

In Graz begegnete mir hingegen ein Strichmännchen. Versteckt hinter dem Kunsthaus, musste ich dieses bizarre Kerlchen fotografisch einfangen. Der Kopf als Körpermitte und Ursprung aller Gliedmaßen. Schüchtern der Blick. Blau der Hintergrund und etwas eingezwängt die Körperhaltung. Absolut sympathisch.

Shoestories kennt ihr nun. Lange schwirrte die Idee in meinem Kopf herum. Über ein Jahr. Dann besorgte ich mir endlich eine professionelle Fotobox für Produktfotografie. Leider nur die halbe Miete. Denn für eine brauchbare Umsetzung kam ich nicht mehr drum rum, mich mal detailliert mit meiner Kamera und den unendlichen Weiten der Fotografie zu beschäftigen.

Die investierten Stunden kosteten mir hochheiligen Schlaf. Aufsummiert sprechen wir von fast drei investierten Nächten bis ich vom Laienstatus befreit war. Multipliziert man diese drei Nächte mit dem mich begleitenden Verzweiflungsfaktor, sind wir bei einem Jahr meines Lebens angekommen, um das ich während dieser Prozedur letztendlich altern musste.

Mit den Ergebnissen kann ich leben. Ihr hoffentlich auch. Schließlich wurdet ihr schon mehrfach mit meinen Schuhbildkreationen zwangsbeglückt. So wie Batman von Joker. Oder Joker von Batman. Hier. In meiner von Chaos bis Kunst reichenden Welt. Künstlerisches Chaos oder chaotische Kunst. Als Vorgeschmack und Hinweis auf mehr. Mehr als nur Schuhe.

Wenn das samstägliche Wetter wieder abstürzt, ist man(n) gut beraten, sich ins Museum zu begeben. Noch besser beraten ist er, Frauchen dabei an der Hand zu packen und das gemeinsam zu tun. Gemeinsam zu träumen. Heiße Träume. Absturzträume! Aktuell tief unten im zweiten Untergeschoss des Leopold Museums.

Die Ausstellung verbirgt Tabubrüche dreier Generationen. Eindrucksvoll inszeniert von Egon Schiele, Günter Brus und Thomas Palme, altersgereiht. Letztere leben noch. Speziell aber Ersterer war seiner Zeit gewaltig voraus. Eine Art Vordenker, der Anfang des 19. Jahrhunderts mit der sexuellen Auslegung seiner Kunst provozierte.

„Keimendes Leben morden“ bezeichnete Schiele einst das Hemmen eines Künstlers und setzte es einem Verbrechen gleich. Was viele mit der obszönen Inszenierung seiner Werke taten. Ein Besessener. Der es nie scheute, gegen Sitte und Moral zu verstoßen. Nicht weniger besessen: Brus und Palme. Würdige Nachfolger. Ich bin begeistert.

Seit gestern weiß ich, wer der Schöpfer dieser transdanubischen Skulptur mit den silbernen Alienbabies ist, die neben dem DC Tower steht. Bruno Gironcoli hieß der gute Mann. Ein österreichischer Künstler, der uns 2010 im 73-jährig verließ und sein Unwesen als Maler und Bildhauer trieb.

In der Arbeit schüchtern bleiben lautet der Titel der Gironcoli gewidmeten Ausstellung, die seit Anfang Februar und bis Ende Mai auf zwei Etagen des mumok läuft. Und im Innenhof des Museumsquartiers, wo ebenfalls Skulpturen ausgestellt sind. Wuchernde futuristische Objekte in Gold, Silber oder Bronze.

Die Kunst des gelernten Schmieds empfand ich als irritierend. Die Skulpturen, die mich teilweise an überdimensionale Sexspielzeuge erinnerten, entstanden zunächst auf Papier. Mit Metallpulverfarbe und Tusche. Mehr als bloß Entwürfe. Eine Vielzahl an Gemälden entsprangen, auf denen mich vögelnde Hunde, Paviane und umgedrehte Menschen verfolgten.

Liebe Leute. Heute präsentiere ich euch ein Video, das nicht unwesentlich dazu beitrug, mein Leben oder besser gesagt meinen Lifestyle in eine Bahn zu führen, der ich bis heute treu bin. Und mit ziemlicher Sicherheit niemals verlassen werde. Die Bahn einer eigenen Kultur. Jene des Hip Hop.

Ein Film mit Heiligtumstatus unter meinen persönlichen Besitztümern. Style Wars heißt der audiovisuelle Schatz und kommt straight aus dem New York City der 80er Jahre. Eine Dokumentation, die sich größtenteils um Graffiti dreht, aber auch Hip Hop Elemente wie Rap und Breakdance enthält.

Jedoch aus der Gesamtperspektive. Interviewt werden neben Künstler auch Polizisten und der damalige Bürgermeister. Ein gesprühtes Werk bedeutet nämlich nicht für jeden Kunst. Und bedeutet in den meisten Fällen auch Gesetzeswidrigkeit. Und für mich Feigheit. Somit schaffte ich es nie an die Wand.