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Seit gestern weiß ich, wer der Schöpfer dieser transdanubischen Skulptur mit den silbernen Alienbabies ist, die neben dem DC Tower steht. Bruno Gironcoli hieß der gute Mann. Ein österreichischer Künstler, der uns 2010 im 73-jährig verließ und sein Unwesen als Maler und Bildhauer trieb.

In der Arbeit schüchtern bleiben lautet der Titel der Gironcoli gewidmeten Ausstellung, die seit Anfang Februar und bis Ende Mai auf zwei Etagen des mumok läuft. Und im Innenhof des Museumsquartiers, wo ebenfalls Skulpturen ausgestellt sind. Wuchernde futuristische Objekte in Gold, Silber oder Bronze.

Die Kunst des gelernten Schmieds empfand ich als irritierend. Die Skulpturen, die mich teilweise an überdimensionale Sexspielzeuge erinnerten, entstanden zunächst auf Papier. Mit Metallpulverfarbe und Tusche. Mehr als bloß Entwürfe. Eine Vielzahl an Gemälden entsprangen, auf denen mich vögelnde Hunde, Paviane und umgedrehte Menschen verfolgten.

Liebe Leute. Heute präsentiere ich euch ein Video, das nicht unwesentlich dazu beitrug, mein Leben oder besser gesagt meinen Lifestyle in eine Bahn zu führen, der ich bis heute treu bin. Und mit ziemlicher Sicherheit niemals verlassen werde. Die Bahn einer eigenen Kultur. Jene des Hip Hop.

Ein Film mit Heiligtumstatus unter meinen persönlichen Besitztümern. Style Wars heißt der audiovisuelle Schatz und kommt straight aus dem New York City der 80er Jahre. Eine Dokumentation, die sich größtenteils um Graffiti dreht, aber auch Hip Hop Elemente wie Rap und Breakdance enthält.

Jedoch aus der Gesamtperspektive. Interviewt werden neben Künstler auch Polizisten und der damalige Bürgermeister. Ein gesprühtes Werk bedeutet nämlich nicht für jeden Kunst. Und bedeutet in den meisten Fällen auch Gesetzeswidrigkeit. Und für mich Feigheit. Somit schaffte ich es nie an die Wand.

Hinter jedem Blog steht ein Blogger. Zumindest. Oder maximal. Wie hier. Ich rede von mir. Dem Anti-Blogger. Gegenstromschwimmer. Ich will anders sein. Bin anders. Grenze mich vom Mainstream des Blog-Universums ab. Optisch. Charakterlich. Und grundsätzlich.

Ich blogge undercover. Bin ein Phantom. Kein Poser. Gesichtlos. Meine Fratze gebe ich nicht preis. Nur in Form von schwarzen Pixeln. Kunst. Mich charakterisierend. Selbstdarstellend. Zurückhaltend. Auf einen Blick. Und Klick. Links. Auf ich. Oder diesen Text hier nachfolgend.

Inklusive meines bisherigen Werkes. Denn kürzlich folgte das Update. Des Bildes und meiner Beschreibung. Statt Sonnenbrillen trage ich nun Jersey. Meine Jeans ohne Swag. Und der Tumbler wurde mit der Urform des Batmobils ersetzt. Old School lautet das Stichwort.

Penzing. Ende November. Sonntag Abend. Kurz nach 20 Uhr. Ich war am Heimweg vom Training. Ging zwischen U-Bahn und der Wohnung meiner Freundin. Ich zog mein Handy. Machte ein Foto. Steckte es ein. Ging weiter.

Ein Polizeiwagen fuhr neben mir. Ein kurzer Blick nach links. Ich ging weiter. Der Wagen fuhr weiter neben mir. Im Schritttempo, meinem Schritttempo. Er blieb stehen. Polizei stieg aus. Fragte mich, ob ich kurz Zeit habe.

Personenkontrolle war angesagt. Ich zeigte meinen Personalausweis und wurde gefragt, was ich denn gerade gemacht hatte. Ein Foto war es. Den Grund wollten sie wissen. Das Motiv gefiel mir, was sonst!? Eine Rucksackkontrolle folgte.

Keine Spraydosen in meiner Tasche. Meine Fotoaussage musste wohl stimmen. Sie machten einen Abgang. Lächerlich. Hat unsere Exekutive denn nichts wichtigeres zu tun, als harmlose Street-Art-Bewunderer zu nerven?

An der Kunst schätze ich in den Spielraum für Interpretation. Sowohl auf der Seite des Schöpfers, als auch auf der Seite des Betrachters. Der Anlass, sich mit einem Gegenstand gedanklich auseinanderzusetzen. Und die kreative Realisierung dieser Gedanken. Zweiteres gilt nur für den Schöpfer. Dieser ist hier und heute aber zweitrangig.

Denn für alle Betrachter dieser Stadt habe ich etwas ganz Besonderes: 30000 Quadratmeter Kunst, 365 Tage lang und das auf nur vier Gramm Gewicht. Die MQ Jahreskarte 2018. Voraussetzungen: Kunstinteresse, 79 Euro und Handlungsschnelle. Schließlich ist die Karte nur noch bis Ende Jänner erhältlich.

Wer also Bock auf Kunst bekommen hat oder seinen Liebsten eine nachweihnachtliche Freude machen möchte, sollte sich auf dem Weg in den MQ Point im Haupteingang des MuseumsQuartier machen. Denn „freier“ Eintritt zu allen Ausstellungen im Leopold Museum, in der Kunsthalle Wien und im mumok hat schon seine Reize.

(pic: mqw.at)