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Wenn das samstägliche Wetter wieder abstürzt, ist man(n) gut beraten, sich ins Museum zu begeben. Noch besser beraten ist er, Frauchen dabei an der Hand zu packen und das gemeinsam zu tun. Gemeinsam zu träumen. Heiße Träume. Absturzträume! Aktuell tief unten im zweiten Untergeschoss des Leopold Museums.

Die Ausstellung verbirgt Tabubrüche dreier Generationen. Eindrucksvoll inszeniert von Egon Schiele, Günter Brus und Thomas Palme, altersgereiht. Letztere leben noch. Speziell aber Ersterer war seiner Zeit gewaltig voraus. Eine Art Vordenker, der Anfang des 19. Jahrhunderts mit der sexuellen Auslegung seiner Kunst provozierte.

„Keimendes Leben morden“ bezeichnete Schiele einst das Hemmen eines Künstlers und setzte es einem Verbrechen gleich. Was viele mit der obszönen Inszenierung seiner Werke taten. Ein Besessener. Der es nie scheute, gegen Sitte und Moral zu verstoßen. Nicht weniger besessen: Brus und Palme. Würdige Nachfolger. Ich bin begeistert.

An der Kunst schätze ich in den Spielraum für Interpretation. Sowohl auf der Seite des Schöpfers, als auch auf der Seite des Betrachters. Der Anlass, sich mit einem Gegenstand gedanklich auseinanderzusetzen. Und die kreative Realisierung dieser Gedanken. Zweiteres gilt nur für den Schöpfer. Dieser ist hier und heute aber zweitrangig.

Denn für alle Betrachter dieser Stadt habe ich etwas ganz Besonderes: 30000 Quadratmeter Kunst, 365 Tage lang und das auf nur vier Gramm Gewicht. Die MQ Jahreskarte 2018. Voraussetzungen: Kunstinteresse, 79 Euro und Handlungsschnelle. Schließlich ist die Karte nur noch bis Ende Jänner erhältlich.

Wer also Bock auf Kunst bekommen hat oder seinen Liebsten eine nachweihnachtliche Freude machen möchte, sollte sich auf dem Weg in den MQ Point im Haupteingang des MuseumsQuartier machen. Denn „freier“ Eintritt zu allen Ausstellungen im Leopold Museum, in der Kunsthalle Wien und im mumok hat schon seine Reize.

(pic: mqw.at)