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Nike Vienna ist zurück. Seit Donnerstag hat der neue Nike Store auf der Mariahilfer Straße geöffnet. Nur ein Block neben dem ehemaligen Generali Center, wo der alte vor ungefähr eineinhalb Jahren dicht machen musste. Mein Weltbild ist somit wieder zurecht gerückt. Mein Stadtbild besser gesagt. Willkommen zurück.

Die Auszeit zahlte sich aus. Eine Fläche, die nach meinem Augenmaß ungefähr das Fünffache des alten Stores beträgt und auf zwei Stockwerke verteilt ist. Eine prächtig spiegelnde Außenfassade, die den Tempel glanzvoll erstrahlen lässt. Auf Ebene 0 kommen Ladies und Kids auf ihre Kosten, Ebene 1 beheimatet Running, Lifestyle und Training für Männer sowie Jordan und Fußball.

Freitag und Samstag gab’s das große Opening Party Weekend mit vielen Specials während der Geschäftszeit. Ich nahm mir das Flaggschiff Freitagnachmittag unter die Lupe. Sehr cool, nur vom Hocker haute es mich nicht. Keine NBA, keine NFL. Meine beiden großen Kritikpunkte. Trotz dieser Größenordnung eben doch keine Nike Town.

Kleiner Exkurs bevor es zum Outfit geht: Die Abkürzung NCAA steht für National Collegiate Athletic Association. Das ist der Verband der Sportprogramme der meisten Colleges und Universitäten aus den USA und Kanada.

Mit meiner Nummer eins in Sachen College Sports, oder grenzen wir es auf College Basketball und Football ein, hab ich euch schon mehrmals vertraut gemacht. Mit der University of North Carolina. Beim Basketball tatsächlich Nummer eins, im Football weit weg davon.

Zum universitätsblauen Vintage Jersey trage ich ein längst vergessen geglaubtes Lieblingsstück. Meine Varsity Jacke. Die perfekte Jacke zum Thema College Sport. Vor einigen Wochen im Schrank bei meinen Eltern wieder entdeckt, wärmt mich ihr Filz nun bestens in der vorwinterlichen Kälte.

Längst vergessen geglaubt auch das Schuhwerk, der Converse Pro Leather. Nicht aber von mir. Von der Masse da draußen. Und vielen Hypekids der heutigen Zeit nicht einmal ein Begriff. Eine preisgünstige Rarität als Musterbeispiel für Coolness ohne Swag.

Sport spielt seit ich denken kann eine wesentliche Rolle in meinem Leben. Früher bestimmte er sogar mein Leben. Heute haben sich meine Aktivitäten auf ein Level eingefunden, das immer noch überdurchschnittliches Training vorweist, dieses aber gänzlich dem Zwecke meiner Gesundheit und meinem Wohlbefinden gewidmet ist.

Und dass ich gerne Sport betreibe, sieht man mir auch an. Styletechnisch. Und vorweggenommen kann ich nur wiederholen: Nein, ich spiele nicht Basketball. Hab’s auch nie getan. Gut, dass keiner hier meine Körperlänge sehen kann. Andernfalls würdet ihr mir das nicht abnehmen. Aber zurück zum Style. Ich liebe Trainingsklamotten. Auch und speziell im Nicht-Training.

Hier ein typisches Alltagsoutfit aus meiner Freizeit: Schwarze Trainingshose. Am liebsten würde ich sie auch im Büro tragen. Violette Kapuzenweste meiner Lakers. Und Converse Weapon im Lakers Colorway bzw. schwarzweiße Einser Jordans. Aber im echten Leben bitte nie gemeinsam. Konnte mich hier nur nicht entscheiden. Verschiedene Schuhe auf den Füßen sind ein Verbrechen.

(pics: amazon.de, flightclub.com, kickz.com, sport-kuhn.de)

Der Nike Vandal. Geburtsjahr 1984. Ich. Geburtsjahr 1984. Schicksal? Oder doch nur Zufall? Ich bleib beim Zufall. Bewusst und als psychotherapeutische Selbsthilfemaßnahme zur Unterdrückung meines innerlichen Kaufdranges. Der Jahrgang muss die einzige Verbindung zwischen uns bleiben. Nicht meine Füße. Der Vernunft wegen.

Marsmenschenschuh. Discoschuh. Umschreibungen, die ich zu hören bekam, als ich mir die potentielle Neuerwerbung ausreden ließ. Quasi als Unterstützung meiner Selbsttherapie. Und sie greift. Ich bin stark. Eine weiterer Behandlungsschritt: Dieser Beitrag hier. Konfrontation. Und Huldigung meines silbernen Altersgenossen.

Eine persönliche Lobeshymne, die im Vergleich mit der steilen Karriere der Nylonbombe mit dem unverkennbaren Klettverschlussband schmeichelhaft erscheint. Bereits im ersten Lebensjahr blühte der Nike Vandal in einer Gastrolle in Terminator auf. An den Füßen von Kyle Reese. An meinen wird er nicht aufblühen. Denn ich bin stark.

(pics: nike.com)

Es passierte neulich an einem Feierabend während ich das Bürogebäude verließ. Smartphone in der Hand, Kopfhörer in den Ohren, Daumen am Play-Button. Musik kam keine. Stattdessen hob mein Telefon ab. Das Kabel der Kopfhörer verhängte sich an der Türschnalle. Und das Display küsste einen Pflasterstein.

Kein zärtlicher Kuss. Das Resultat: Tausende Splitter und Display komplett im Arsch. Ich ebenso. Gewiss ein First-World-Problem. Aber wer kann heutzutage noch ohne Smartphone? Ich nicht. Und schon gar nicht kann ich mir jederzeit ein neues Handy leisten. Aber Ende gut, alles gut. Und Display gut. Es konnte ausgetauscht werden. Binnen 30 Minuten.

Nun weiß ich endlich, wieso diese kleinen Handyshops überleben können. Zu den Stammkunden werde ich hingegen nie zählen. Aus Fehlern lerne ich auch weiterhin und sorgte vor: Meine beiden Smartphones (inklusive Firmenhandy) tragen nun Nike Sohlen. Air Force 1 und Cortez. Robust und gewöhnungsbedürftig bis hässlich, aber zweckdienlich. Und nachhaltig. Die Hüllen bestehen aus recycelten Schuhsohlen.

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