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Liebe Leute. Heute präsentiere ich euch ein Video, das nicht unwesentlich dazu beitrug, mein Leben oder besser gesagt meinen Lifestyle in eine Bahn zu führen, der ich bis heute treu bin. Und mit ziemlicher Sicherheit niemals verlassen werde. Die Bahn einer eigenen Kultur. Jene des Hip Hop.

Ein Film mit Heiligtumstatus unter meinen persönlichen Besitztümern. Style Wars heißt der audiovisuelle Schatz und kommt straight aus dem New York City der 80er Jahre. Eine Dokumentation, die sich größtenteils um Graffiti dreht, aber auch Hip Hop Elemente wie Rap und Breakdance enthält.

Jedoch aus der Gesamtperspektive. Interviewt werden neben Künstler auch Polizisten und der damalige Bürgermeister. Ein gesprühtes Werk bedeutet nämlich nicht für jeden Kunst. Und bedeutet in den meisten Fällen auch Gesetzeswidrigkeit. Und für mich Feigheit. Somit schaffte ich es nie an die Wand.

Im letzten Beitrag schnitt ich die guten alten Neunziger an. Im heutigen Beitrag flieg ich sie an. Und ihr begleitet mich bei meinem Flug zurück in die Vergangenheit. In meine Vergangenheit. Anlass für diesen nostalgischen Anfall war der Erwerb eines neuen Kleidungsstückes.

Ich legte mir einen Trainingsanzug zu. Von Roca Wear. Eine Brand, die im eben besagten Jahrzehnt zum Leben erweckt wurde. Von keinem geringeren als Jay Z. Die Teile boomten. Und ich mittendrin. Meine Roca Wear Klamotten holte ich mir per Bus aus der Hauptstadt.

Mittlerweile meine Heimatstadt. An der Vorliebe zu Roca Wear hat sich hingegen nichts geändert. Daher der Trainingsanzug. White Sox Kappe und rotweiße Dunks komplettieren das Outfit. Dinge, die ich damals trug. Heute noch zieren sie mein Schlafzimmer. Nie werde ich mich davon trennen.

(pics: flightclub.com, kickz.com)

Meine Chicago Einser Jordans. Im Innenfutter des rechten Schuhs kleben die nicht mehr entfernbaren und sich in den Stoff hineingefressenen Überreste eines Kaugummis. Meines Kaugummis. Und meine Unart, fertig gekaute Gummis auszuspucken und wegzukicken. Sollte mir eine Lehre sein.

Sollte. Immer noch kicke ich. Aber zumindest werfe ich nun einen Blick in den rechten Schuh (ich bin Rechtsfüßer), sofern ich das gute Stück nicht fliegen sehe. Man sollte das Leben eben nicht immer so ernst nehmen. „Why so serious?“, fragt auch der Joker. Dessen geschminkte Fratze sich neulich auf einem meiner Shirts wiederfindet.

Und so nebenbei passen die Farben dieses nicht so ernsten Kleidungsstücks exakt zu den Farben meiner eingangs erwähnten Kaugummikickinstrumente. Der perfekte Einklang in Weiß, Rot und Schwarz. Aja, da war ja noch die Hose. Oder doch nicht. Die denkt ihr euch diesmal bitte.

(pics: emp.de, flightclub.com)

Kleiner Exkurs bevor es zum Outfit geht: Die Abkürzung NCAA steht für National Collegiate Athletic Association. Das ist der Verband der Sportprogramme der meisten Colleges und Universitäten aus den USA und Kanada.

Mit meiner Nummer eins in Sachen College Sports, oder grenzen wir es auf College Basketball und Football ein, hab ich euch schon mehrmals vertraut gemacht. Mit der University of North Carolina. Beim Basketball tatsächlich Nummer eins, im Football weit weg davon.

Zum universitätsblauen Vintage Jersey trage ich ein längst vergessen geglaubtes Lieblingsstück. Meine Varsity Jacke. Die perfekte Jacke zum Thema College Sport. Vor einigen Wochen im Schrank bei meinen Eltern wieder entdeckt, wärmt mich ihr Filz nun bestens in der vorwinterlichen Kälte.

Längst vergessen geglaubt auch das Schuhwerk, der Converse Pro Leather. Nicht aber von mir. Von der Masse da draußen. Und vielen Hypekids der heutigen Zeit nicht einmal ein Begriff. Eine preisgünstige Rarität als Musterbeispiel für Coolness ohne Swag.

Der Nike Vandal. Geburtsjahr 1984. Ich. Geburtsjahr 1984. Schicksal? Oder doch nur Zufall? Ich bleib beim Zufall. Bewusst und als psychotherapeutische Selbsthilfemaßnahme zur Unterdrückung meines innerlichen Kaufdranges. Der Jahrgang muss die einzige Verbindung zwischen uns bleiben. Nicht meine Füße. Der Vernunft wegen.

Marsmenschenschuh. Discoschuh. Umschreibungen, die ich zu hören bekam, als ich mir die potentielle Neuerwerbung ausreden ließ. Quasi als Unterstützung meiner Selbsttherapie. Und sie greift. Ich bin stark. Eine weiterer Behandlungsschritt: Dieser Beitrag hier. Konfrontation. Und Huldigung meines silbernen Altersgenossen.

Eine persönliche Lobeshymne, die im Vergleich mit der steilen Karriere der Nylonbombe mit dem unverkennbaren Klettverschlussband schmeichelhaft erscheint. Bereits im ersten Lebensjahr blühte der Nike Vandal in einer Gastrolle in Terminator auf. An den Füßen von Kyle Reese. An meinen wird er nicht aufblühen. Denn ich bin stark.

(pics: nike.com)