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Die Stiftgasse 5-9. An und für sich keine Besonderheit. Ein Parkhaus halt. Die Besonderheit verbirgt sich im Inneren. Ein genauerer Blick in den Einfahrtsbereich reicht, um das gewisse Extra zu erkennen. Hermann’s Würstel-Salon. Korrekt. Eine Würstelstand im Parkhaus. Gewöhnungsbedürftig. Wenn nicht sogar bizarr. Tatsache aber: Kultstatus.
 
Und dieser ist wahnsinnig hoch. Denn welche Garage kann von sich schon behaupten, eine eigens integrierte Würstelbude zu besitzen? Und welche Würstelbude kann von sich schon behaupten, ein eigenes Parkhaus zu haben? Nicht viele und auf unsere Stadt beschränkt, womöglich keine andere. Daher nicht nur kultig, sondern auch ziemlich einzigartig.
 
Wer also Bock auf eine Wurst in extravaganter Atmosphäre hat, ist herzlich bei Hermann’s Würstel-Salon am Neubau willkommen. Darüber hinaus könnt ihr auch noch wählen, ob ihr beim Verzehren eurer gebratenen Köstlichkeiten den ein- und ausfahrenden Autos vom Innenraum der Bude oder vom eigenen Schanigarten aus beobachten wollt.

Wien wäre nicht Wien ohne seine Würstelbuden. Weil das so ist und ich grad besonders lustig bin, gibt’s heute den ultimativen Guide für euch. Einen Guide, den die Welt nicht braucht und der euer Leben in keinerlei Weise verändern wird. Abgesehen von logischen Folgewirkungen. Hunger wäre so eine, bei den Veganern unter euch endet das Ganze womöglich nicht so appetitlich.

Man bestelle also eine Eitrige samt gewünschter Beilagen. In meinem Fall sind das Kren, Senf, Brot und ein Bier. Für die Nicht-Wiener unter euch: Eitrige steht für Käsekreiner. Mit Details zur Namensgebung verschon ich euch jetzt lieber. So, nun führt man Stück für Stück in reichlich Senf und Kren eingetunkt zum Mund und gibt sich dem Genuss hin. Je nach Krenverträglichkeit definiert sich dazwischen der Brot- und Bierbedarf.

In punkto Brot sollte auch darauf geachtet werden, dass nach der Eitrigen noch ein Stück übrig ist. Erfahrungsgemäß bleibt nämlich auch etwas Senf und Kren am Pappteller, was mit dem Restbrot schnell mal aufgewischt und weggegessen ist. Schließlich folgt der letzte große Bierschluck als geschmackliche Draufgabe und krönender Abschluss dieses kulinarischen Festes. Moizeit.

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Ich bleibe beim Essen. Weil es so schön ist. Diesmal schreib ich aber nicht über faschierte „Laberl“, nein, es geht um die Wurst. Denn jeder von uns kennt es, jeder von uns liebt es: Nach einer durchzechten Partynacht am Heimweg noch kurz Halt bei einem Würstelstand machen, um dem Magen nach hochprozentiger Flüssignahrung noch etwas Festes zu gönnen. Bevor man sich dann endgültig ins Koma verabschiedet.

Würstelstände sind aber viel mehr als nur der krönende Abschluss unserer Skandalnächte. Für mich stellen sie so etwas wie ein Sinnbild Wiens dar. Darüber hinaus genießen die Buden, wo Käsekreiner, Bratwurst, Frankfurter, Debreziner, Burenwurst und Leberkäse auf der Speisekarte stehen, mittlerweile sogar den Ruf als Wienerisches Kulturgut und Stadtinventar.

Dies war auch Stefan Oláh bewusst. Er kreierte mit freundlicher Unterstützung seiner Fotokamera im Vorjahr den wunderschönen Bildband Fünfundneunzig Wiener Würstelstände. Bei seinen Meisterwerken, in der die legendären Imbissstuben perfekt in Szene gesetzt wurden, machte der Künstler keinerlei Halt vor Jahreszeit, Nacht, Personal oder gar Kundschaft. Ganz roh und ungeschminkt also. Und eingebettet im Wiener Stadtbild.

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(pics: © Stefan Oláh)

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